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"Battlefield 2042": Unsere Testeindrücke – Kaufen oder Warten?

Mit "Battlefield 2042" veröffentlichen EA und DICE zum Jahresende noch einmal ein Multiplayer-Schwergewicht. Wir haben uns eine Woche durch die Early Access-Phase "gekämpft" und verraten euch unsere Testeindrücke.

Battlefield 2042 Key-Art Soldat steht vor Panzer
Battlefield 2042 erscheint am 19. November 2021: Ob sich der Kauf lohnt, könnt ihr aus unseren Testeindrücken für euch entscheiden! Foto: PR/TVM
Inhalt
  1. Battlefield 2042: Das Positive
  2. Battlefield 2042: Das Negative
  3. Battlefield 2042: Fazit und Ausblick

Am 19. November 2021 wird "Battlefield 2042" mit einem ausführlichen Day-1-Patch für die meisten Konsolen und PC veröffentlicht. Bereits seit knapp einer Woche läuft jedoch die Early Access-Phase für Premium- und Ultimate-Kunden. Wir haben uns in dieser Zeit in den verschiedenen Hauptmodi „All Out Warfare“, „Hazard Zone“ und „Portal“ in zahlreiche Schlachten geschmissen, verdammt viele frustrierende, aber auch großartige Momente erlebt. Trotz der bisherigen Spielzeit wollen wir uns nicht anmaßen bereits ein endgültiges Testurteil zum Multiplayer-Schlachtenepos von DICE formulieren zu können: Das liegt zum einen daran, dass der umfangreiche Day-1-Patch eben noch nicht ins Spiel integriert ist. Zum anderen auch daran, dass wir den eigentlichen Release-Start des Spiels abwarten wollen, um noch einmal nachzuprüfen, wie sich Dynamik, Netzstabilität, Balance und natürlich auch die Ideen der Community im "Portal"-Modus niederschlagen werden.

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Trotzdem gibt es nach einer Woche mit „Battlefield 2042“ schon recht viel zum neuen Multiplayer-Shooter aus dem Hause DICE zu sagen. Auch deshalb möchten wir zumindest die offensichtlichsten Pros und Contras für das Release des Spiels zusammentragen damit sich jeder und jede von euch zumindest eine Meinung bilden kann, ob sich ein Kauf von „Battlefield 2042“ zum jetzigen Zeitpunkt lohnt oder nicht.

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Battlefield 2042: Das Positive

Battlefield 2042 Specialists
Bildunterschrift eingeben Foto: EA/DICE

Es gibt Momente, die so nur in einem "Battlefield"-Spiel vorkommen können: Wenn meine Abwehrrakete im perfekten Moment den gegnerischen Hubschrauber trifft, der gerade einen unserer mächtigen Panzer ins Visier genommen hatte. Wenn ich mich per "Grappling Hook" auf eine gegnerische Brüstung hieve und gleich vier Gegenspieler*innen im Überraschungsmoment niederstrecke, um einen Punkt für uns zu capturen. Oder wenn ich aus einem Hubschrauber springe, der in einen "Tornado" gerät, meinen Wingsuit aktiviere und mir den Wahnsinn am Boden aus sicherer Höhe anschaue und das Grinsen aus meinem Gesicht nicht rausbekomme. Es sind genau diese Momente, die die legendäre Multiplayer-Franchise so wohltuend von den direkten Konkurrenten wie „Call of Duty“ & Co. abheben: Und auch bei „Battlefield 2042“ ist der Wahnsinn auf den riesigen Maps mit 128-Spieler*innen im besten Fall auch Programm. Die Tatsache, dass „All Out Warfare“ eben auch bedeutet, dass man sich als einsamer Fußsoldat eben „extrem klein“ auf diesen riesigen Karten fühlt und schließlich deutlich wohler, wenn man mit seinem Squad versucht einen wichtigen Punkt zu erobern, bringt das Spiel sehr gut herüber. Das ist gerade beim adrenalintreibenden „Breaktrough“-Modus der Fall, in dem das Chaos eines angreifenden Teams gegen ein verteidigendes Team noch einmal auf die Spitze getrieben wird.

Große Kritikpunkte gab es schon bei der Beta für das neue Spezialistensystem. Zwar bräuchte ich das nicht unbedingt im „All Out Warfare“-Modus, finde die Spezialisten aber bspw. im brandneuen Extraktionsmodus „Hazard Zone“ ziemlich sinnvoll und clever, weil sich die 4er-Teams gerade durch die Spezialfähigkeiten der einzelnen Teammitglieder perfekt ergänzen können. Generell bin ich froh, dass sich DICE nicht für einen weiteren „Battle Royale“-Modus entschieden hat, sondern mit „Hazard Zone“ zumindest eine neue Richtung für die Reihe einschlägt. Zwar gibt es da schon ähnliche Genre-Vertreter mit „Escape from Tarkov“ und „Hunt: Showdown“, doch mit dem richtigen Team kann man auch in „Hazard Zone“ viel Spaß haben, weil sich der Modus eben so stark vom üblichen „Battlefied“-Bombast abhebt und deutlich strategischer ausfällt.

Und last but not least: “Portal”, der von DICE L.A. entwickelte Modus, ist einfach famos! Nicht nur dürfen sich langjährige "Battlefield"-Spieler*innen freuen, dass einige absolute Kultmaps der „Battlefield“-Geschichte in wunderschöner Frostbyte-Manier auf den neuesten Stand gebracht wurden und in „Portal“ ausgiebig gezockt werden können, auch das Kreationstool gibt allen "Battelfield"-Fans das perfekte Tool zur Hand, um den Modus ihrer Träume zu verwirklichen und entwickeln. Die Möglichkeiten sind dabei wirklich gewaltig und wir hatten schon in der ersten Woche einige wirklich spaßige und abwechslungsreiche Spielstunden in "Portal" durchlebt (neben den obligatorischen XP-Farmen). Der Modus ist eben nicht nur eine Reminiszenz an das „alte“ Battlefield-Erlebnis, sondern lässt euch die besten Momente der Reihe, wie in einem Cocktailmixer, zusammenmischen und als ganz neues Erlebnis konsumieren. Und das schmeckt eben nicht nur nach reiner Nostalgie, sondern eben auch oft ziemlich frisch und unverbraucht.

 

Battlefield 2042: Das Negative

Battlefield 2042 Kaleidoscope
Schön groß, aber auch steril und leer: Die Maps von "Battlefield 2042" Foto: EA/DICE

Ihr habt meine “Lieblingsmomente” im letzten Abschnitt der „Battlefield 2042“-Rezension gelesen? Schön. Denn ehrlich gesagt prägen mein „All Out Warfare“-Erlebnis vor allem jene Momente, in denen ich quasi verloren kilometerlang durch die gewaltigen Maps von „Battlefield 2042“ stapfe und irgendwann von einem gegnerischen Luftkissenboot niedergeschossen oder überfahren werde. Teilweise ist die Balance auf den Karten einfach unfassbar frustrierend: So gigantisch und überwältigend die Karten namens „Sanduhr“, „Orbital“ oder „Umbruch“ auch sind, so oft habe ich mir die Frage gestellt, ob das Upgrade zu 128 Spieler*innen nicht in Wirklichkeit ein großes Fehler war. Nur selten konzentriert sich das Spielgeschehen um einen zentralen Capture-Punkt. Oft verbringt man viel Zeit im Nirgendwo ohne wirklich mitzubekommen, was auf der Map wirklich passiert. Und schneller als einem lieb ist, hat man eben gewonnen oder verloren. Warum? Ist dann auch irgendwie egal, weil man sich nie als Teil des Ganzen fühlt. Gab es früher noch Squadpunkte und wirklich Motivation als Team im „Conquest“-Modus zu agieren, hat man jetzt das Gefühl, dass jedes Teammitglied nur noch solo um XP und Kills kämpft.

Grundsätzlich hat uns Hazard Zone als Modus recht gut gefallen, hat jedoch einen fiesen Designfehler: Neulinge bekommen es im schlimmsten Fall schnell mit top-ausgerüsteten Squads zu tun, die das Spiel schnell dominieren und viel Frust bei Hazard-Zone-Neueinsteigern aufkommen lassen. Auch eine Ranked-Möglichkeit fehlt dem Modus. Last but not least gibt es auch einen kleinen Kritikpunkt am „Portal“-Modus: Etwas mehr klassische Maps aus Krachern wie „Battlefield 3“ oder „Bad Company 2“ wären wünschenswert gewesen, denn gerade die alten Maps spielen sich mit der modernen Technik einfach grandios. Die Kirsche auf dem Sahneeis wäre auch noch eine weitere Logik gewesen, in der man die Spielmodi noch einmal stärker modifizieren könnte. Doch nun wieder zu ernsteren Themen:

Wir haben es in den Abschnitten zu den einzelnen Modi noch ausgelassen, doch „Battlefield 2042“ fühlt sich im aktuellen Zustand einfach noch äußerst unfertig an: Zum einen liegt das an elementaren Features, die gar nicht erst da sind, wie bspw. ein Scoreboard oder eben das viel gescholtene Fehlen des Voice Chats (was gerade bei Hazard Zone fatal ist, wenn man nicht gerade mit Freunden per Discord & Co. spielt und sich mit Fremden irgendwie absprechen möchte), der noch nachgereicht werden soll. Ein User hat zuletzt eine Liste von fehlenden Features aus vergangenen BF-Spielen kompiliert und sie ist wirklich erschreckend lang. Und dann kommt auch noch die technische Präsentation ins Spiel, die letztendlich auch enttäuscht: Gewaltige Maps, 128 Spieler*innen, Destruktionen, Naturkatastrophen – was hab ich mich nach den ersten Trailern auf ein Grafik-Bombastwerk für meinen High-End-Rechner mit einer Nvidia RTX 3090 gefreut.

Doch stattdessen wirkt die Grafik von "Battlefield 2042" eher ziemlich steril, undetailliert und letztendlich einfach unspektakulär. Noch schlimmer ist allerdings die Performance: Im besten Fall erreiche ich mit DLSS Quality knapp 100 FPS mit Ultra-Einstellungen auf WQHD, die jedoch nach Situation teilweise sogar auf bis zu 60 Bilder droppen können - ohne Raytracing!!! Das ist einfach inakzeptabel, gerade weil DICE in der Vergangenheit mit der Frostbyte-Engine nicht nur beeindruckende Grafik-Kracher im "Battlefield"-Universum abgeliefert hat, sondern eben auch Spiele, bei denen die Performance gestimmt hat. Auch die Sound-Ebene enttäuscht: Teilweise ist kaum auszumachen, aus welcher Richtung Gegner kommen, schießen usw., was eines Multiplayer-Shooters einfach nicht würdig ist. Und dann sind da noch die vielen Glitches: Einige davon, wie das elendige „Rubberbanding“, werden in einem Day-1-Patch ausgebessert. Allerdings konnten wir des Öfteren Teammitglieder nicht wiederbeleben, weil sie an einer Wand waren oder haben selbst im Terrain festgesteckt.

 

Battlefield 2042: Fazit und Ausblick

Battlefield 2042 Hazard Zone
Hazard Zone hat Potenzial, doch wirkt wie vieles nicht fertig durchdacht! Foto: EA/DICE

Ein Battlefield im futuristischen Setting. Gewaltige Karten. 128 Spieler*innen. Spezialisten mit coolen Gadgets. Was habe ich mich auf den Start von „Battelfield 2042“ gefreut. Doch nach einer Woche mehr oder weniger „Deep Dive“ bleibt leider relativ viel Ernüchterung zurück. Im Grunde ist es genau anders, als beim Konkurrenten „Call of Duty“ dieses Jahr: Während ich bei letzterem die etwas lieblose Play-it-Safe-Variante kritisiert habe, wirkt es so, als hätten sich DICE mit „Battlefield 2042“ verdammt viel vorgenommen, aber eben nur halbherzig umgesetzt. Kein anderes Spiel hat sich dieses Jahr dermaßen unfertig angefühlt: Das liegt nicht nur an zahlreichen fehlenden Quality-of-Life-Features, sondern bspw.  auch an fragwürdigen Design-Entscheidungen, wie dem Spezialisten-System, das im „All Out Warfare“-Modus irgendwie deplatziert wirkt, den riesigen Maps, in denen wir oft kilometerlange Fußmärsche zurücklegen und dann von den overpowerten Fahrzeugen im Kugelhagel sterben oder der wirklich durchwachsenen Performance und Präsentation.

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Und es spricht natürlich Bände, dass ausgerechnet mit „Portal“ ein Modus, der primär das „alte“ Battlefield-Spielgeschehen feiert, mit Abstand am Positivsten von der Community aufgenommen wird. Trotzdem sind wir nicht ganz hoffnungslos, dass aus Battlefield 2042 in einigen Monaten tatsächlich das Spiel werden könnte, auf dass die BF-Community sehnsüchtig hingefiebert hat. Denn natürlich bietet auch „Battlefield 2042“-Momente, die so nur diese legendäre Spielereihe hinbekommt und dafür von Millionen von Fans weltweit gefeiert wird. Aktuell sind die jedoch im überwiegend frustrierenden Rest jedoch viel zu spärlich gesät. Wir wollen uns natürlich trotzdem anschauen, wie sich das Spiel in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt und werden unsere Testeindrücke natürlich dementsprechend updaten.

"Battlefield 2042" erscheint am 19. November für PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S und PC. Einen Trailer zum Spiel seht ihr hier:

 


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