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"Avengers 4: Endgame": So gut ist das Marvel-Epos wirklich! | Filmkritik

Mit "Avengers 4: Endgame" kulminieren über 20 Filme des Marvel-Universums in einem filmischen Spektakel mit emotionaler Note. Wie uns "Avengers: Endgame“ gefallen hat, lest ihr in unserer Kritik.

Avengers 4: Endgame
"Avengers 4: Endgame" Filmkritik: So gut ist das Marvel-Epos wirklich! Disney/Marvel

Filmkritik von David Rams

"Ich bin ein emotionales Wrack und kann nicht aufhören zu weinen", war nur eine der vielen emotionalen Twitter-Stimmen nach der Weltpremiere von "Avengers 4: Endgame" in der Nacht von Montag, dem 22. April auf Dienstag, den 23. April in Los Angeles. Kein anderer Film, nein, ich wage zu behaupten, nicht einmal der neueste Teil der "Star Wars"-Saga, wird in der näheren Zukunft einen derartigen Hype auslösen wie das vermeintliche Zwischenfinale im Marvel Cinematic Universe (kurz: MCU). Mitverantwortlich dafür ist natürlich auch "Avengers 3: Infinity War", der unmittelbare Vorgänger zu „Endgame“, der nicht nur Thanos als Hauptbösewicht im Marvel-Universum manifestierte, sondern in einem der wohl schockierendsten Filmenden des jüngeren Kino-Zeitalters das halbe Marvel-Universum mit einem Fingerschnipp in Luft auflöste.

Avengers 4: Endgame - Thanos Rüstung
Thanos ist in "Avengers 4: Endgame" allgegenwärtig       Disney/Marvel
 

Avengers 4: Spoilerfrei | Hier setzt das Endgame an

Wenig überraschend setzt "Avengers 4: Endgame" unmittelbar nach den Ereignissen des Vorgängers an. Während Tony Stark und Nebula in den Weiten des Weltraums herumschwirren und mit Reperaturarbeiten und Kniffligkeitsduellen ihre Hoffnungslosigkeit überdecken, ist diese auf der Erde quasi permanent existent. Nichts ist nach dem "Snap" mehr so wie es war – vor allem nicht die heldenhafte Attitüde unserer Marvel-Helden. Dass sich die Grundstimmung von "Avengers 4: Endgame" deutlich vom Vorgänger unterscheiden würde, hatten die beiden Regisseure Anthony und Joe Russo in Interviews immer wieder betont. Doch welche unfassbare Ausnahmestellung unsere Kino-Helden mittlerweile nach elf Jahren Marvel Cinematic Universe einnehmen, führt uns „Avengers 4: Endgame“ in seinen unzähligen emotionalen Höhepunkten immer wieder eindrucksvoll vor Augen.

Ohne auch nur einen Hauch der vielschichtigen Story zu spoilern, die Marvel-Fans am besten so unbefleckt wie möglich genießen sollten, bleibt vor allem ein Aspekt an „Avengers 4: Endgame“ hängen: In seinem Kern fühlt sich „Avengers: Endgame“ wie ein überdimensionaler, epischer und vor allem mitreißender Liebesbrief an das Marvel Cinematic Universe an. Von den charismatischen Anfängen rund um Tony Stark und dem ersten Auftritt der "Avengers", über die einzelnen Standalone-Filme um die Hauptfiguren der Superhelden-Vereinigung und ihre nicht minder grandiosen Kollegen wie die "Guardians of the Galaxy" oder "Ant-Man": Ihnen allen wird mit „Avengers 4: Endgame“ ein liebevoller und vor allem auch würdiger Tribut gezollt. Und auch denjenigen, die im Marvel-Universum fast schon als vergessen galten…

 

Avengers 4: Endgame: Das Logik-Spiel | Die wahre Kunst der Russo-Brüder

„Avengers 4: Endgame“ ist wahrlich kein perfekter Film. Dafür (über)strapaziert er nicht nur seine inhaltliche Logik, sondern trifft auch nicht immer den perfekten Ton. Dass einer der wichtigsten „Avengers“-Mitglieder eine etwas überraschende Transformation durchlebt, mag auf den ersten Blick durchaus seinen Reiz haben (vor allem aus humorvoller Seite), doch raubt im Laufe der Spielzeit den emotional wichtigen Szenen manchmal den letzten Punch. Und trotzdem: Dass dieses dreistündige Film-Epos, das mehrere Dutzend Superhelden zu einer mehr oder weniger zufriedenstellenden Conclusio führt, fleißig Fanservice betreibt und das MCU würdig in eine neue Ära bringt, überhaupt so gut funktioniert, ist ein kleines Wunder an sich.

Avengers 4 Tony Stark
Tony Stark in "Avengers 4: Endgame"    Marvel Studios 2019 / Disney

Das liegt nicht nur einmal mehr an der herausragenden Regie-Arbeit der beiden Russo-Brüder, die hier epische Schlacht-Szenen genauso brillant abliefern wie ruhige Charaktermomente zwischen unseren liebgewonnenen Marvel-Helden, sondern vor allem auch daran, dass gefühlt tatsächlich in über 21 Filmen auf dieses epische Finale hingearbeitet wurde. Und der vermeintliche und sympathische Blick zurück ist nicht nur ein essentieller Bestandteil des neuen "Avengers"-Films, sondern lässt den Zuschauer in den knapp 182 Minuten Spielzeit auch in jeder Szene spüren, auf welche unglaubliche Reise man sich in den vergangenen elf Jahren eingelassen hat.

Dass Disney nun sein Marvel-Zugpferd mit dem Zukauf der Deadpools, X-Mens und unzähligen neuen Serien und Projekte auf der Streaming-Plattform Disney+ endgültig ausschlachten könnte, bleibt für die Zukunft der Franchise eine berechtigte Sorge. Vielleicht bleibt dann auch nur festzustellen, welch verdammt großartigen Höhepunkt das Marvel Cinematic Universe in „Avengers 4: Endgame“ gefeiert hat. Und egal, ob es dann am Ende Krokodils- oder Freudentränen vergossen wurden: Sie sind am Ende von "Avengers 4: Endgame" keinesfalls umsonst geflossen.

"Avengers: Endgame" startete am 24. April 2019 in den deutschen Kinos!

 


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