Fernsehen

"Armes Deutschland" Carola: Zigaretten-Schock trotz Schwangerschaft

Mit der Doku "Armes Deutschland" will RTL II Zuschauern Woche für Woche einen Einblick in das harte Alltagsleben von Hartz IV-Empfängern geben. Dieses Mal war der Sender zu Gast beim Obdachlosen-Paar Willi und Carola. Letztere erwartet ihr siebtes Kind

Armes Deutschland: Arbeitslose schwanger mit 7. Kind - Zuschauer rasten aus
Das einstige Obdachlosen-Paar Carola und Willi bei "Armes Deutschland". RTL II

Das Leben in der teuren Großstadt ist für Willi und Carola nicht leicht: 1600 Euro, Willis Gehalt als Gabelstaplerfahrer, haben sie im Monat zur Verfügung. Anspruch auf Arbeitslosengeld hätte seine 33-jährige Partnerin zwar, aber sechs Seiten Formulare auszufüllen - das sei "einfach zu viel. Stress pur."

 

Armes Deutschland: Jahrelang im Zelt gehaust

Um sich über Wasser zu halten, haben die beiden in den vergangenen drei Jahren in einem Zelt gewohnt. Eine eigene Wohnung haben sie erst seit Kurzem, organisiert von der Diakonie. Für die einstige Obdachlose jedoch kein Grund zur Freude, liegt die Bleibe doch in dem sozialen Brennpunkt Kölnberg: "Die Wohnung und die Lage gefällt mir nicht. Von einer sozialen Einrichtung hätte ich mir mehr erwartet." 

Überhaupt scheint die "Armes Deutschland"-Protagonistin sich ein anderes Leben auszumalen. Ein Leben etwa, in welchem ihr Fernseher auch alle privaten HD-Programme empfängt, die Carola sehen will. Ein Leben, in welchem das Amt mit dem Bearbeiten nur spärlich ausgefüllter Anträge schneller vorankommt, oder in welchem sie nicht zweimal am Tag baden muss, um die Langeweile während Willis Arbeitsschicht zu ertragen.

 

Armes Deutschland: Arbeitslose Carola schwanger mit 7. Kind

Etwas anderes aus ihrem Leben zu machen, das kann sich Carola nicht vorstellen. Darunter fällt auch, zu arbeiten, um die Miete zu stemmen. Denn nachdem das Paar monatelang keinen Cent für die Wohnung bezahlt hat, ist ihnen nun ein Räumungsbescheid ins Haus geflattert.

Blöd nur, dass Willi und Carola bald auch noch ein zusätzliches Mäulchen zu stopfen haben, denn Carola ist im fünften Monat schwanger. Es ist bereits ihr siebtes Kind. Ihre anderen leben bei Pflegefamilien.

Als sie davon erzählt, ist nicht nur das Kamerateam perplex. Denn: Trotz Schwangerschaft greift Carola regelmäßig zur Kippe, und auch Alkohol scheint sie nicht abgeneigt. "Man darf auch Alkohol trinken in der Schwangerschaft, nur nicht so viel, laut Ärzten."

Welche Ärzte sie damit genau meint, erklärt Carola nicht. Seit sie ihr Kind erwartet, war sie noch nicht einmal bei einer Frauenärztin. Diese hätte ihr mit Sicherheit das Gegenteil bescheinigt: Schon in geringen Mengen können Alkohol und Zigaretten dem Ungeborenen extrem schaden.  

 

Armes Deutschland: Zuschauer rasten aus

So viel Ignoranz macht die Zuschauer der Sendung fassungslos. Auf Twitter ließen sie ihrem Frust freien Lauf: "Ich war selten sprachlos, aber die beiden haben es echt geschafft", so ein User.

Eine andere Twitternutzerin regt sich auf: "Keine Ahnung von nichts, sechs Kinder in Pflegefamilien, aber Rauchen und Saufen nicht schädlich fürs Ungeborene!"

Wieder ein anderer schreibt: "Dass Leute wie Carola schwanger werden, ist ein Schlag ins Gesicht aller ungewollt kinderlosen Menschen, die vernünftig mit sich und dem Kind umgehen würden."

Wenig überraschend erleidet Carla später eine Frühgeburt - ganze vier Monate vor dem eigentlichen Stichtag und mit gerade einmal 1020 Gramm kommt der kleine Benjamin zur Welt.

Aus dem Off erzählt RTL II, wie es mit der Familie nach Drehschluss weiterging: "Ihren frühgeborenen Sohn Benjamin haben die beiden nach vier Wochen im Krankenhaus nicht wieder besucht." Nun habe das Jugendamt das Sorgerecht. Gut so.

 



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