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ARD-Krimi: Brigitte Hobmeier im Interview zum neuen Film

Am 11. März wird der Krimi „Steirerwut“ zum ersten Mal im Fernsehen ausgestrahlt. Schauspielerin Brigitte Hobmeier wird dabei als Alpaka-Bäuerin zu sehen sein.

Steirerwut Brigitte Hobmeier
Im Krimi "Steirerwut" spielt Brigitte Hobmeier die Alpaka-Bäuerin Lotte. Foto: ARD Degeto/Allegro Film/Stefan Haring

Der vierte Teil der Steirer-Krimis ist um 20.15 Uhr im Ersten eingeplant. Neben dem Ermittlerduo Bergmann (Harry Prinz) und Mohr (Miriam Stein), die zu einem Mordfall in der Provinz gerufen werden, spielt auch Brigitte Hobmeier als Alpaka-Bäuerin Lotte mit und gerät sogar selbst in den Fokus der Ermittlungen.

Im Interview erzählt sie, wie die Arbeit mit den Tieren war und woran sie momentan noch arbeitet.

TVMovie.de: Wie haben Sie sich denn auf die Rolle der Alpaka-Bäuerin Lotte vorbereitet?

Brigitte Hobmeier: Ich bin den Alpakas dort auf dem Hof zum ersten Mal begegnet. Die Bäuerin, eine bezaubernde, junge Frau, hatte mich sofort mit einbezogen in die Aufgaben, die zu tun waren. Ich hatte keine Angst vor den Tieren, im Gegenteil. Im Dorf, wo meine Großeltern gelebt haben, war ich immer bei den Bauern und habe auch mit ausgemistet. Angst davor, eine Mistgabel in die Hand zu nehmen, habe ich nicht. Da hatte ich jetzt auch überhaupt keine Berührungsängste.

Die Psychologie der Alpakas, ist ja sehr speziell. Alpakas sind eigentlich Fluchttiere, aber auf der anderen Seite auch neugierig. Und genau diese Neugier hat ihre Flucht immer wieder gestoppt. Da ergaben sich manchmal die skurrilsten Momente.

Welche Erlebnisse hatten Sie mit den Tieren?

Alpakas sind sehr sanftmütige respektvolle Wesen. Es heißt: In ihren Augen spiegelt sich die Welt. Es gab aber in der Herde ein trächtiges Weibchen. Und das hatte, wie alle Schwangeren, hormonelle Schwankungen. Nun musste ich die Tiere natürlich immer mit Futter locken, so dass sie, wenn wir die Szenen drehten, auch bei mir blieben. Und das macht man mit Futter. Ich konnte die Tiere aber nicht jedes Mal belohnen, sonst wären sie satt davon getrabt. Die gesamte Herde spielte gut mit, bis auf mein trächtiges Weibchen, das wütend, schon wieder kein Heu von mir bekommen zu haben, mir einen riesigen grünen Schleim ins Gesicht spuckte.

Das heißt, Sie wurden von einem Alpaka angespuckt?

Oh ja. Und was für ein Prachtstück. Die gesamte Crew hat sich kaputtgelacht. Der Regisseur Wolfgang Murnberger hat die Szene nicht unterbrochen und ich musste weiterspielen. Ich war Tage später noch das Gespött der ganzen Crew.

Da gehört natürlich einiges dazu, einfach weiterzumachen.

Diese Portion Humor habe ich.

Haben Sie denn auch schon vorher mit Tieren zusammengearbeitet?

Ja, immer wieder. Meistens Hunde. Wir hatten auch mal einen Elefanten beim Film „Sommer in Orange“. Das war beeindruckend. Die Tiere sind sehr majestätisch, und wenn du nur einen Meter vor ihnen stehst, auch angst-einflößend. Ich hatte auch einmal eine Szene mit einem kleinen Boxer und der musste mir immer hinterherlaufen. Der Trainer hat mir Leberwurst an die Wade geschmiert, dann ist der Hund immer brav hinter mir her und hat mir die Wade abgeleckt. Mit Essen und Zuneigung bekommt man die Herzen der Tiere.

Sie haben in einigen Krimifilme und –serien mitgespielt. Schauen Sie dieses Genre auch privat?

Schon, aber ich bin im Augenblick weniger analog unterwegs. Einen typischen Sonntagabend mit „Tatort“ Anschauen gibt es eher nicht, denn da bringe ich meistens mein Kind ins Bett und bin zu spät dran.

Was reizt Sie an einer Rolle in einem Krimi?

Ich würde nicht sagen, ich möchte unbedingt in einem Krimi mitspielen. Ich habe schon öfters mit Wolfgang Murnberger zusammengearbeitet und schätzte ihn als Regisseur sehr. Ich mag seine Kombination aus Tiefe und schwarzen Humor. Dadurch wird der Krimi an sich eher aufgelockert.

Sie haben sowohl in Fernsehproduktionen als auch in Theaterstücken mitgewirkt. Welcher Bereich fällt Ihnen arbeitstechnisch leichter?

Das ist so einfach nicht. Manchmal hat man für eine Szene, wenn es am Ende des Tages ist, nicht viel Zeit und muss sie dann innerhalb einer halben Stunde im Kasten haben. Da ist nichts mit zwanzigmal wiederholen. Da muss man extrem gut vorbereitet sein und mutig ins kalte Wasser springen.

Im Theater sagt man sich, wenn es mit einer Szene nicht so klappt: Dafür habe ich die nächste Vorstellung. Das ist ein Arbeitsprozess. Manchmal ist ein Fehler auf der Bühne auch hoch spannend für die Zuschauer. Manchmal ist die Vorstellung, die 100 Prozent perfekt läuft, vielleicht gar nicht die interessanteste.

Sie haben auch in der Serie „Oktoberfest 1900“ mitgespielt. Wie war es für Sie, die Rolle der Colina Kandl zu übernehmen?

Die Colina Kandl versucht sich aus dem Milieu der Unterschicht herauszuarbeiten, bemüht, in der gehobenen Münchner Gesellschaft Fuß zu fassen, aber sie landet schnell wieder dort, wo sie herkam. Die Vielschichtigkeit ihres Charakters hat mich vom Anfang an fasziniert. Sie hat mit Verlusten und Amoralität zu kämpfen, und bleibt sich doch stets im Innersten treu. Eine Figur über einen so langen Zeitraum spielen zu dürfen, wie es uns heute die Serien ermöglichen, war ein Geschenk.

Für mich war das eine ganz tolle Arbeit mit dem Regisseur Hannu Salonen, den Drehbuchautoren und meinen Kollegen.

In manchen Szenen tragen Sie fünf Bierkrüge in jeder Hand. Gehört da Übung dazu?

Ja, das habe ich geübt. Ich habe hier in München Kontakt zu einer Wiesnbedienung aufgenommen. Sie hat mir gezeigt, wie man sie trägt und arrangiert. Und dann habe ich sie erst einmal leer, dann halb voll und dann voll getragen. Das muss man wirklich üben und ich habe einiges zerdeppert.

Danach hat man doch bestimmt Muskelkater, wenn man darin nicht trainiert ist, oder?

Muskelkater und natürlich werden die Handgelenke wahnsinnig beansprucht. Deshalb tragen die Bedienungen auch meistens Bandagen um die Handgelenke.

An welchen Projekten arbeiten Sie denn momentan noch?

Ich arbeite gerade in einer Serie für Sky. Wir drehen auch jetzt gerade im Augenblick. Da würde ich jetzt gerne wahnsinnig viel erzählen, denn es ist ein faszinierender Stoff, aber ich darf leider noch nicht.

Interview und Text: Jasmin Teut



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