Kino

„Alita: Battle Angel“: Produzent Jon Landau im Interview - Diese Highlights erwarten uns

Am 14. Februar läuft „Alita: Battle Angel“ in den Kinos an. Erfolgsproduzent Jon Landau erklärte uns, inwiefern „Alita“ mit „Avatar“ zu vergleichen ist.

"Alita: Battle Angel"-Produzent Jon Landau im Interview
„Alita: Battle Angel“: Produzent Jon Landau im Interview - Diese Highlights erwarten uns. Foto: Alberto E. Rodriguez/Getty Images

Wenn sich Jon Landau und James Cameron für ein Film-Projekt zusammentun, entsteht Großes. Das bewiesen die beiden Film-Legenden 1997, als sie mit „Titanic“ gemeinsam Filmgeschichte schrieben. 2009 übertrafen sie sich dann mit „Avatar“ noch einmal selbst. Nun haben die beiden Produzenten erneut zusammengearbeitet und ein neues Meisterwerk geschaffen: „Alita: Battle Angel“.

Der Science-Fiction-Blockbuster unter der Regie von Robert Rodriquez („Sin City“, „From Dusk Till Dawn“) erzählt die Geschichte eines weiblichen Cyborgs, der von Cyber-Arzt Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) auf einem Schrottplatz gefunden und zu neuem Leben erweckt wird. Alita hat keinerlei Erinnerungen an ihre Vergangenheit und muss sich in einer postapokalyptischen Welt zurechtfinden, die sie nicht versteht. Schnell stellt das Mädchen fest, dass sie nicht nur übermenschliche Kräfte besitzt, sondern sogar den meisten Cyborgs das Wasser reichen kann.

„TV Movie Online“-Redakteurin Anna Peters traf „Alita: Battle Angel“-Produzent Jon Landau in Berlin und sprach mit ihm über das außergewöhnliche Filmprojekt. Im Interview verrät Landau, inwiefern die Geschichte des Blockbusters von der Comicvorlage „Gunnm“ abweicht, weshalb bestimmte Änderungen notwendig waren und ob sein neustes CGI-Meisterwerk mit „Avatar“ vergleichbar ist.

TV Movie Online: Mangas sind eine ganz spezielle Kunstform. Weshalb haben Sie sich in diese besondere Story verliebt – die Story von Alita?

Jon Landau: „Das liegt an Alita selbst. Sie ist eine Figur, mit der man sich identifizieren kann. Junge Frauen können sich von ihr inspirieren lassen. Und [Zeichner Yukito] Kishiro hat eine Welt erschaffen, die auf der visuellen Ebene absolut einzigartig ist. Diese beiden Dinge in Kombination haben mich dazu veranlasst zu sagen: Daraus musst du einen Film machen.“

Sie haben gerade gerade Yukito Kashiro – den Erfinder der Comics - erwähnt. Wie viel Mitspracherecht hatte er bezüglich des Films?

„Kashiro war von Anfang an ein Teil der Produktion. Bevor es losging, ist Jim [James] Cameron zu ihm geflogen und hat ihn getroffen, um sicher zu stellen, dass wir bezüglich des Projekts auf einer Wellenlänge waren. Ich bin auch immer wieder zu ihm geflogen und habe ihm Konzeptkunst gezeigt, Drehbücher, fertige Szenen, und zuletzt die endgültige Fassung des Films. Seine Reaktion zu sehen, war mir ein besonderes Vergnügen. Weil er den Film geliebt hat und weil wir unser Versprechen einhalten konnte, seiner Welt gerecht zu werden.“

Der Film hat so ein riesiges Budget verschlungen. Eine enorme Summe ist in dieses Projekt geflossen – zumindest klingt es erstmal nach wahnsinnig viel Geld. Aber wie schwer war es wirklich, mit dem Budget auszukommen?

„Filme bestimmen immer selbst, wie hoch ihr Budget sein muss. Wir sind der Meinung, dass wir Filme so kosteneffektiv produzieren, wie nur irgendwie möglich. Wenn man allerdings einen Film dieser Größenordnung erschafft – einen Film, den man auf der großen Leinwand schauen muss – dann musst du dich der Qualität des Films verschreiben und das hat nunmal seinen Preis.“

Gab es denn Aspekte, für die Sie persönlich kämpfen mussten, weil sie kontrovers, aber wirklich wichtig für Sie waren?

„Es gab Dinge, über die wir mit dem Studio diskutieren mussten […], weil ihnen nunmal die Einblicke fehlten oder sie nicht verstanden haben, warum eine bestimmte Szene notwendig ist. Aber als Filmemacher sind wir die einzigen, die mit diesen Figuren und diesen Geschichten leben und atmen. Wir lieben jegliche Form von Input, aber wir müssen der Filter sein, durch den diese Ideen laufen, um dann zu entschieden, welche angemessen sind und welche nicht.“

„Alita: Battle Angel“ wird auf Grund des Ausmaßes an CGI-Effekten gerne mit „Avatar“ vergleichen. Wie viel Druck baut ein solcher Vergleich auf? Macht er Sie nervös? Und wie hoch sind Ihre Erwartungen an „Alita“?

„Wir haben keine ‚Avatar‘-ähnlichen Erwartungen an 'Alita' – das war von Anfang an so. Wir sind der Meinung, dass jeder Film für sich alleine stehen muss. 'Alita' ist eine sehr spezielle Story, die ein breites Publikum anspricht, aber sie ist ganz anders als 'Avatar'. Einen Anspruch haben wir also nur an uns selbst und zwar am Ende zufrieden zu sein, und das Gefühl zu haben, unseren Erwartungen gerecht geworden zu sein. Und dem ist so! Jim [James Cameron], Robert [Rodriquez] und ich sind unglaublich stolz auf das, was wir geschaffen haben.“

Entspricht das Ergebnis der Vision, die Sie im Vorfeld hatten?

„Das Ergebnis übertrifft unsere Vision sogar! Jim [James Cameron] sieht das genauso. Er spricht immer wieder davon, wie viel Leben Rosa [Salazar] dieser Figur eingehaucht hat. Das hätten wir uns im Traum nicht vorstellen können. Die visuelle Wirkung der Actionsequenzen, wie zum Beispiel der Motorball-Szenen übersteigt alles, was wir uns ausgemalt hatten. Wir sind super stolz.“

Mangas werden ja in der Regel in schwarz-weiß gedruckt. Ist das etwas, das Sie für den Film in Erwägung gezogen haben?

„Obwohl Mangas schwarz-weiß gehalten werden, haben wir das Kinoerlebnis als etwas gesehen, das man in Farbe erleben muss. Wir haben mit Adobe gearbeitet, um High Dynamic Range Cinema zu schaffen. Somit werden die Zuschauer mehr Farbe und mehr Detail zu sehen bekommen als sie sich jetzt vorstellen können. Guckt euch 'Avatar' an – die Farben sind das A und O.“ (lacht)

Zuschauer, die mit „Gunnm“ vertraut sind, werden das selbst bemerken, aber für jene, die die Comicvorlage nicht kennen: Was waren die gravierendsten Änderungen, die Sie vorgenommen haben? Ich habe mir die Comics angeschaut und hier benennt Dr. Ido Alita nach seiner toten Katze. Dass sie nun nach seiner verstorbenen Tochter benannt wird, ist eine Riesenänderung.

(lacht) „Das stimmt. Wir haben manche Details - wie, dass er sie statt nach der Katze nach seiner Tochter benennt, verändert. Wir sehen 'Alita' als zwei Liebesgeschichten in einer: Die eine ist zwischen Hugo und Alita und die andere zwischen einem Vater und seiner Tochter – ein Vater, der eine zweite Chance auf Vaterschaft bekommt. Dass er sie nach seiner Tochter Alita benennt, die auf tragische Weise bei einem Unfall ums Leben kommt, verschärft diese Dynamik.“

 


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