Kino

Ärger für Indiana Jones

Seltene Artefakte haben die Neigung dazu, Unglück zu bringen. Das müssen jetzt auch die Schöpfer von "Indiana Jones" feststellen.

In "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" weist ein sagenumwobener Kristallschädel den Weg zur Wiege der menschlichen Zivilisation. Und das größtenteils zur Zufriedenheit des Publikums: 786 Millionen Dollar spielte das vierte Abenteuer des berühmtesten Archäologen aller Zeiten im Jahr 2008 weltweit ein. Einziges Problem: Disney und Paramount Pictures haben sich nicht damit aufgehalten um Erlaubnis zu fragen, als sie dem Glitzerkopf eine filmische Schlüsselrolle zugewiesen haben. Das stört wiederum Dr. Jaime Awe, den Direktor des Archäologischen Instituts von Belize. Und nachdem es sich bei dem Schädel um ein Replikat des Original-Schädels handelt - in Fachkreisen bekannt als der Mitchell-Hedges-Kristallschädel - steht dem Land nach Meinung der Anwälte ein Anteil an den Einnahmen des Films zu.

 

Fluch der bösen Tat

Denn obwohl die ganze Geschichte des ominösen Stücks äußerst umstritten ist, wurde er angeblich 1924 bei Ausgrabungen in Belize gefunden - bevor er über verschlungene Pfade den Weg nach Übersee fand. Klarer Fall von Diebstahl, findet Dr. Jaime Awe. Eigentlich gehört er letztlich immer noch Belize - und somit sollte auch das kleine mittelamerikanischen Land an den Film-Einnahmen partizipieren. In dem Zusammenhang verklagt der streitbare Herr auch gleich die Familie des angeblichen Finders Mitchell-Hedges. Dessen 17-jährige Tochter Anna Mitchell-Hedges soll es damals gewesen sein, die das mystische Artefakt unter einem zusammengebrochenen Altar entdeckt hat. Und "wer's findet, darf's behalten" war schon damals nicht mit internationalem Recht in Einklang zu bringen. Fans der "Indiana Jones"-Filme wissen natürlich, dass auch Indy selbst bei diesem Thema stets alles andere als zimperlich war. Vielleicht ist das ja auch die Erklärung: Im ersten Teil der Quadrologie vergreift sich der Abenteurer bekanntlich an der Bundeslade. Und nachdem auch hier nicht davon auszugehen ist, dass damals Gott vom Studio um entsprechende Erlaubnis gefragt wurde oder gar an den Einnahmen teilhaben dufte, schickt er jetzt einen späten Fluch - in Form von Dr. Jaime Awe und seinen Anwälten.



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