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ADAC Rallye Deutschland: Nach Rom will Skoda-Pilot Kreim EM-Spitzenposition halten

Nach dem Sieg bei der Rallye di Roma Capitale wollen Skoda-Pilot Fabian Kreim und sein Beifahrer Frank Christian bei der anstehen Deutschlandrallye unter die Top Five kommen.

Fabian Kreim Skoda
Fabian Kreim (rechts) und Christian Frank freuen sich auf die Rallye auf heimischen Straßen. Foto: dpa picture alliance

Fabian Kreim (25) kann mit einem guten Gefühl in die Deutschlandrallye starten. Schließlich geht der Skoda-Fahrer nach seinem Sieg in der U28-Wertung bei der Rallye di Roma Capitale als EM-Spitzenreiter ins Rennen.

„Durch unseren Start in der Rallye-Europameisterschaft sind wir dieses Mal noch besser auf die harte internationale Konkurrenz vorbereitet und wollen zeigen, dass wir mit der Elite mithalten können“, erklärte er gegenüber dem ADAC, dessen Förderpilot er einst war. Das Ziel ist klar: Einen Platz unter den besten Fünf erhofft sich der zweifache deutsche Rallye-Meister, „das wäre ein Traumergebnis“.

 

Der Erfolg aus Italien als Zusatzmotor

Selbstbewusstsein sollte Kreim während der Rallye di Roma Capitale auf jeden Fall gesammelt haben. Nach 967 Kilometern Strecke stand er gemeinsam mit seinem Co-Piloten Frank Christian schlussendlich überglücklich auf dem Siegertreppchen des Nachwuchses.

205 Kilometer Wertungsprüfung hatte er zu diesem Zeitpunkt hinter sich, das Kolosseum passiert, dazu die sengende Hitze des italienischen Hinterlandes ertragen. „Als ich abends den Helm vom Kopf nahm, floss das Wasser einfach heraus“, erinnerte er sich nach dem durchwachsenen zweiten Tag spätabends in der Box. Anfänglich habe sich das Team schwer getan, in den Rhythmus zu kommen, und mit Selbstbewusstseinsproblemen zu kämpfen gehabt. Diese haben sie hinter sich gelassen: „Jetzt geht es in die heiße Phase der Saison!“

 

Rasantes Heimrennen in Deutschland

Schon in Italien stellten sich Kreim und Christian rasanten Strecken mit wenigen Kehren, die Geschwindigkeit aus dem Wettbewerb nehmen. Beim Heimrennen in Deutschland ist Ähnliches zu erwarten. Hier können die Spitzen der Autos auf den Landstraßen schon einmal 240 Stundenkilometer erreichen. Ein Vorteil für Asphalt-Spezialist Kreim?

Den mediterranen Flair der Rallye die Roma tauscht das Team nun gegen enge und technische Rallyepfade in den Weinbergen an der Mosel, ruppige Asphaltprüfungen auf dem Truppenübungsplatz Baumholder sowie anspruchsvolle und schnelle Landstraßen rund um die saarländische Rallyehochburg Sankt Wendel. „Ein WM-Lauf und speziell die Rallye Deutschland sind immer besonders, und wir sind natürlich hochmotiviert, eine Top-Leistung zu zeigen!“, so Kreim.

 

Skoda: Das Team ist alles

Sabrina Berdi
Skoda-Koordinatorin Sabrina Berdi (links) zeigt der Amateurfahrerin und  Sportjournalistin Laura Luft ihr Bordbuch. Foto: Maryanto Fischer

Die beiden Fahrer sind ein eingespieltes Team. Eine Grundvoraussetzung für den Erfolg, weiß auch die ehemalige Co-Pilotin Sabrina Berdi, die heute als Koordinatorin und Instruktorin im Skoda-Team arbeitet. „Der Beifahrer ist auch für die Planung zuständig, auf ihm lastet viel Verantwortung“, erzählte sie am Rande der Rallye di Roma Capitale. Und ergänzte scherzhaft: „Wahrscheinlich kennt der Pilot seinen Beifahrer nach kurzer Zeit besser als seinen Partner.“

Berdi, die inzwischen nicht mehr im Profi-Sport aktiv ist, fing wie viele andere auch ganz klein an. „Du baust einen Käfig in einen Golf 2 und zahlst 200 Euro Startgeld“, erinnert sie sich. Im Anfängerbereich, so beispielsweise dem ADAC-Junior-Cup, umfasse eine Rallye etwa sechs Prüfungen von vier bis fünf Kilometern Strecke.

 

Deutschlandrallye: Spannender Spitzenkampf im Saarland

Bei der Deutschlandrallye hingegen finden sich Autos mit dem Wert von 150.000 Euro auf der Strecke. Im Schnitt kümmern sich sechs Mechaniker und ein Ingenieur um die Wagen. Insgesamt 88 Rallye-Fahrzeuge werden auf den Wertungsprüfungen im Saarland unterwegs sein. Jenseits der U28-Wertung ist sicherlich auch für deutsche Fans der Spitzenkampf ein Grund, vorbeizuschauen: WM-Leader Thierry Neuville (Hyundai) reist mit einer Führung von 21 Punkten vor Weltmeister Sébastien Ogier (Ford) ins Saarland. Beide Piloten konnten die ADAC Rallye Deutschland bereits gewinnen (Neuville 2014, Ogier 2011, 2015 und 2016).

Die Teams wissen, was auf sie zukommt. Wie Berdi berichtet, werden die Strecken bereits Monate vor einer Rallye mehrmals abgefahren. Aus Handskizzen über die Verlaufe und Schwierigkeiten entstehen Bordbücher, die den Fahrern als Leitlinie dienen. „Man kann sich nicht alle Strecken merken, höchstens einzelne Passagen. Da muss ich mich wirklich auf meinen Beifahrer verlassen können“, so auch Fabian Kreim in Rom. Ein anderer Bereich obliegt allerdings jedem Einzelnen selbst: Der Rallyesport erfordert höchste körperliche Fitness. „Besonders die Nacken- und Rumpfmuskulatur muss trainiert werden“, so Berdi, die lange im Kickboxen aktiv war, um sich in Form zu halten.

Im Video sehen wir Kreim bei einer Testfahrt für die Deutschlandrallye:

 

Die Deutschlandrallye im TV

Alles Weitere wird sich ab morgen zeigen. Dann wollen Kreim und Christian, die die Deutschlandrallye 2017 unglücklich mit einem Wildunfall beendeten, richtig durchstarten. Ob sich die Fans wie in Italien, wo selbst in den abgelegendsten Dörfern Hunderte die Fahrer an den Straßen begrüßten, in Massen an der Strecke tummeln, werden wir sehen.

Wer nicht live dabei sein kann, hat die Möglichkeit, das Motorsport-Event vom 16. bis zum 18. August im Fernsehen mitzuverfolgen.

Alle Sendezeiten von Sport1 und Sport1+ findet ihr in unserem TV-Programm oben und beim ADAC zusammengefasst.

Maryanto Fischer, Redaktionsleiter



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