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35 Jahre nach Kinostart: Ist "Otto - der Film" rassistisch?

35 Jahre ist es her, dass „Otto – der Film“ in den deutschen Kinos anlief. Heutzutage wird der Film aber anders gesehen

Otto Waalkes
Ist "Otto - der Film" aus heutiger Sicht rassistisch? Getty Images

Es ist einer der erfolgreichsten, deutschen Filme. Insgesamt 15 Millionen Besucher hat „Otto – der Film“ in West- und Ostdeutschland damals in die Kinos gelockt. Zu Recht hat er einen gewissen Kultstatus und katapultierte den Ostfriesen zum Comedy-Star.

Allerdings ist es bei Humor häufig wie mit den meisten Lebensmitteln – sie altern schlecht. Das ist auch Jacek Slaski von Tip Berlin aufgefallen. In einem Kommentar berichtet er über sein Seh-Erlebnis nach all der Zeit und es zeigt sich, dass manche Witze heute eher schockieren als zu unterhalten.

Am krassesten ist die Szene, in der Otto mit einem farbigen GI (Günther Kaufmann) versucht, Geld zu verdienen. Dabei fallen das N-Wort, der Soldat wird „Herr Bimbo“ genannt und als Sklave verkauft. Was damals als normaler Klamauk galt, wirkt heutzutage ziemlich rassistisch.

Das ist aber normal. Befindlichkeiten verändern sich, Popkultur wird neu eingeordnet. Das betont auch Slaski. Er ist nicht der Meinung, Otto sei Rassist oder rechtsextremistisch. Aber: „Dennoch sollte man sich fragen, was es für eine Gesellschaft bedeutet, dass ein derart erfolgreicher Film so offen und plump mit rassistischen Klischees spielt und das nicht einmal erkannt und eingeordnet wird.“

Anscheinend ist auch die Nachfrage nach dem Film aber heutzutage eh nicht sonderlich groß. Obwohl er erst vor Kurzem auf Netflix erschienen ist, soll er laut Informationen der Badischen Zeitung Ende Juli wegen der auslaufenden Lizenz eh aus dem Programm fliegen.

 


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