Zum Hauptinhalt springen
Ein runder Geburtstag mit ungewöhnlichem TV-Termin

20 Jahre „Rote Rosen“: Neuer Sendeplatz sorgt für Überraschung

„Rote Rosen“ feiert heute sein 20-jähriges Jubiläum – und taucht ausgerechnet zu diesem Anlass plötzlich im Nachtprogramm auf. Dahinter steckt allerdings kein dauerhafter Sendeplatzwechsel der Telenovela.

Sieben Darsteller von „Rote Rosen“ posieren vor einem Stadtcafé. Links oben steht der Schriftzug „Rote Rosen – Staffel 25“.
Warum läuft „Rote Rosen“ plötzlich um Mitternacht? Foto: ARD/Studio Hamburg Serienwerft/Nico Eggert

Am 6. November 2006 lief die erste Folge von „Rote Rosen“ im Ersten. Was damals mit einer zunächst überschaubaren Zahl bestellter Episoden begann, entwickelte sich zu einer der langlebigsten deutschen Telenovelas. Zwei Jahrzehnte und mehr als 4400 Folgen später wird in Lüneburg noch immer geliebt, gestritten, getrennt und neu angefangen. Zum 20. Geburtstag von „Rote Rosen“ gibt es nun tatsächlich einen ungewohnten Sendeplatz: Statt am Nachmittag ist die Serie beziehungsweise ihr Jubiläumsprogramm plötzlich erst um Mitternacht im TV zu finden. Fans müssen sich allerdings keine Sorgen machen, dass Das Erste den regulären Sendeplatz dauerhaft verlegt.

Der ungewöhnliche Termin betrifft die eigens produzierte Dokumentation „Alles Liebe – 20 Jahre Rote Rosen“. Der NDR zeigt den 50-minütigen Rückblick in der Nacht vom 6. auf den 7. November 2026 ab 0 Uhr. Für eine Jubiläumssendung zu einer der bekanntesten ARD-Telenovelas ist das durchaus ein überraschender Termin. Immerhin verspricht die Dokumentation nicht nur einen Rückblick auf zwei Jahrzehnte Seriengeschichte, sondern auch bislang unveröffentlichte Einblicke.

„Rote Rosen“-Doku: Das zeigt „Alles Liebe – 20 Jahre Rote Rosen“

In der Jubiläumssendung kommen Schauspieler:innen, Verantwortliche hinter den Kulissen und Fans zu Wort. Sie erinnern sich an besondere, kuriose und emotionale Momente aus zwei Jahrzehnten „Rote Rosen“. Dabei sollen auch bisher unveröffentlichte Fotos und Filmaufnahmen gezeigt werden. Hinzu kommen Geschichten und Anekdoten aus dem Produktionsalltag sowie ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern der vergangenen Staffeln.

Zu sehen sind unter anderem Rückblicke mit Angela Roy, die als Petra Jansen die erste große Hauptfigur der Telenovela spielte, sowie Isabel Varell. Gleichzeitig schlägt die Dokumentation den Bogen zur jüngeren „Rote Rosen“-Generation. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage, weshalb sich die Serie über einen derart langen Zeitraum halten konnte.

20 Jahre „Rote Rosen“: So hat sich die Serie verändert

Ein Thema der Dokumentation ist das Frauenbild, das sich seit dem Start 2006 deutlich gewandelt hat. Während die erste Heldin ihre persönliche Erfüllung noch stark in Verbindung mit der großen Liebe suchte, stehen bei neueren Hauptfiguren Selbstbestimmung, berufliche Ziele und persönliche Unabhängigkeit stärker im Vordergrund. Die Serie griff im Laufe der Jahre zudem gesellschaftliche Themen wie Vielfalt, Vorurteile, Zusammenhalt, Familie und das Älterwerden auf.

Produzent Jan Diepers beschreibt diesen Ansatz anlässlich des Jubiläums so: „Die Serie erzählt von Liebe, Umbruch, Loslassen und Neubeginn – und gibt mit ihren Themen seit unglaublichen 20 Jahren Orientierung.“ Dass das Konzept überhaupt so lange funktionieren würde, war beim Start nicht abzusehen. „Rote Rosen“ war bewusst als Gegenentwurf zu vielen damaligen Telenovelas gedacht: Statt einer sehr jungen Protagonistin sollte eine selbstbewusste Frau mittleren Alters im Zentrum stehen.

Neue „Rote Rosen“-Hauptfigur startet genau am Jubiläumstag

Der 20. Geburtstag markiert gleichzeitig einen Neuanfang in der eigentlichen Serie. Denn am 6. November 2026 übernimmt Theresa Scholze als Flora Mahler in Folge 4415 die zentrale Rolle der 25. Staffel – exakt 20 Jahre nach der allerersten Folge. Flora kommt nach Lüneburg, um die Taufe ihres Neffen zu feiern. Gleichzeitig soll sie dort ihren langjährigen Partner Raphael (Philip Bender) heiraten. Eigentlich scheint ihre Zukunft damit längst entschieden.

Doch dann begegnet sie dem Musiker Tom (Nils Brunkhorst). Die Begegnung bringt Flora dazu, ihre Beziehung und ihr sorgfältig geplantes Leben infrage zu stellen. Damit knüpft auch die Jubiläumsstaffel an eines der zentralen Motive der Serie an: die Frage, ob ein Neuanfang jemals zu spät kommt.

Läuft „Rote Rosen“ jetzt nachts?

Der reguläre Sendeplatz von „Rote Rosen“ ändert sich durch das Jubiläum nicht. Die Telenovela läuft weiterhin montags bis freitags um 14:10 Uhr im Ersten – auch am 6. November, dem Jubliäumstag, läuft zur gewohnten Sendezeit trotzdem eine neue Folge. Der Termin um Mitternacht gilt ausschließlich für die Jubiläumsdokumentation „Alles Liebe – 20 Jahre Rote Rosen“. Wer dafür nicht so lange wach bleiben möchte, kann die Sendung auch über die ARD Mediathek abrufen.

Damit bekommt die eigentliche Serie zwar keinen neuen Nacht-Sendeplatz – zumindest zum 20. Geburtstag taucht „Rote Rosen“ aber zu einer Uhrzeit im Programm auf, die Fans sonst kaum mit der Telenovela verbinden dürften.

Quellen