Taylor Kitsch im TV Movie-Interview

"John Carter - Zwischen zwei Welten": Star Wars trifft Avatar

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Disney will's wieder wissen: Mit einem Mega-Budget von 250 Millionen Dollar startet eine neue Abenteuer-Reihe – und soll an Erfolge wie "Fluch der Karibik" anknüpfen. Der Star: Neuling Taylor Kitsch ("Wolverine"). Ob's gelingt?...

Disneys Kreativschmiede steht nicht still. Neuester Coup: das Weltraum-Abenteuer "John Carter". Die Verfilmung der rund hundert Jahre alten Buchvorlage von "Tarzan"-Schöpfer Edgar Rice Burroughs (1875-1950) soll ähnlich wie das "Fluch der Karibik"-Franchise die Studiokassen klingeln lassen. Erste Drehbuchentwürfe für zwei weitere Carter-Filme liegen bereits in der Schublade. Der Erfolg wird aber keinesfalls dem Zufall überlassen!
250 Millionen Dollar pumpt Disney in seine Abenteuer-Reihe in spe. Und auch der Kopf des Projekts ist mit zwei Oscar-Gewinnen ein echter Profi. Regisseur Andrew Stanton (46) verwirklicht nach "Findet Nemo" (2003) und "WALL-E" (2008) seinen ersten Realfilm. Der neue Star des Disney-Universums ist dagegen ein echter "Frischling": Kanadier Taylor Kitsch (30) spielt den gebrochenen Ex-Soldaten John Carter, und dann eine neue Liebe entdeckt. Für ihn könnte es der Auftakt zu einer großen Hollywood-Karriere sein: Nach "John Carter" spielt Kitsch neben Liam Neeson im 200-Millionen-Dollar-Actionkracher "Battleship" (Start: 12.4.), und auch der Drogen-Thriller "Savages" (Start: 27.9.) von Kult-Regisseur Oliver Stone ist bereits im Kasten.
Im TV Movie-Interview spricht der Newcomer mit der sexy Brummstimme über den ungebrochenen 3D-Hype, Tiefschläge – und das Überlisten der Schwerkraft .

TV MOVIE: Mr. Kitsch, als waschechter Kanadier wollten Sie eigentlich mal Profi-Eishockey-Spieler werden. Was ging schief?

TAYLOR KITSCH: Zwanzig Jahre lang habe ich auf der Eisbahn hinter unserem Haus gespielt. Später war ich sogar halbprofessionell dabei. Dann jedoch hat eine Knieverletzung meiner Eishockey-Karriere ein jähes Ende bereitet.

TV MOVIE: Waren Sie darüber sehr traurig?

TAYLOR KITSCH: Damals ja. Heute würde ich nichts mehr daran ändern wollen, was passiert ist. An der Schauspielerei bin ich sehr viel mehr gewachsen als am Sport.

TV MOVIE: Sie haben es danach aber erst einmal als Model versucht...

TAYLOR KITSCH: Oh ja! Und ich habe es gehasst! Die meiste Zeit war ich arbeitslos. Es kam sogar so weit, dass ich obdachlos in New York lebte, in meinem Auto oder der U-Bahn schlief.

TV MOVIE: Und jetzt spielen Sie in einem 250 Millionen teuren Hollywood-Blockbuster mit. Was war die größte Herausforderung?

TAYLOR KITSCH: Ich habe 90 Prozent aller Stunts selbst gemacht, nahm monatelang Schwerttraining. Aber das Schwierigste waren diese Mordssprünge, die John Carter im Film macht.


TV MOVIE: Wie müssen wir uns das vorstellen?

TAYLOR KITSCH: Um die Schwerkraft zu überlisten, wurde ich mit Seilen an zwei riesige Kräne gebunden und über hundert Meter hoch in die Luft gezogen. Es war Wahnsinn! Ich habe mein Schicksal regelrecht herausgefordert.

TV MOVIE: Dagegen waren die Dreharbeiten mit den massenhaft zum Einsatz kommenden CGI-Effekten wohl ein Klacks?

TAYLOR KITSCH: Da wir mit dem von "Avatar" bekannten Motion-Capture-Verfahren gedreht haben, konnte ich meistens von Angesicht zu Angesicht mit den Schauspielern agieren. Willem Dafoe hatte immer so einen schicken Pyjama an und ist auf riesigen Stelzen umhergestakst. Erst im Computer wurde er zum Alien-Anführer Tars Tarkas.

TV MOVIE: Glauben Sie denn an Außerirdische?

TAYLOR KITSCH: Ich finde, es macht sehr viel mehr Spaß, an sie zu glauben, als es nicht zu tun. Ich bin mir allerdings unsicher, ob sie auch in Frieden kommen werden (lacht).

TV MOVIE: Zurück zum Film: "John Carter" folgt dem 3D-Trend. Warum wurde er denn nicht gleich im neuen Format gedreht?

TAYLOR KITSCH: Regisseur Andrew Stanton hat es als große Herausforderung gesehen, den Film nachträglich in 3D zu konvertieren. Es ging ihm nicht darum, am Ende einen 3D-Film zu haben, sondern eher um den gesamten Entstehungsprozess am Computer.

TV MOVIE: Wie gefällt Ihnen denn selber das Endergebnis von "John Carter"?

TAYLOR KITSCH: Die 3D-Effekte haben mich wirklich umgehauen! Aber was ich an diesem Film besonders schätze ist, dass es auch um Menschlichkeit geht. John Carter ist ein bodenständiger Kerl, der die Chance bekommt, seinem Leben wieder einen Sinn zu geben – und das mit jeder Menge Herz.

TV MOVIE: Was bedeutet Menschlichkeit für Sie?

TAYLOR KITSCH: Es sind nicht immer die großen Gesten, die zählen. Vieles hat einfach damit zu tun, wie wir uns im täglichen Leben verhalten. Ich mache auch eine Menge Charity. Gerade war ich in Afrika, um meine eigene Doku zu drehen. Es geht um Kinder, die aus Kriegsgebieten gerettet werden, eine Ausbildung und damit eine wirkliche Perspektive für ihre Zukunft bekommen.

TV MOVIE: Angenommen, Ihre Hollywood-Karriere scheitert. Haben Sie Angst vor einem Leben ohne diesen ganzen Luxus?

TAYLOR KITSCH: Nein! Ich bin ziemlich einfach gestrickt und habe eine sehr genaue Vorstellung davon, wer ich bin: ein typischer Kanadier. Ich liebe die Natur und Eishockey. Außerdem: Ich habe schon einmal ohne den ganzen Luxus gelebt.


INTERVIEW: Miriam Meißner
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