Fernsehen

ProSiebenSat 1 will am Rundfunkbeitrag beteiligt werden

Rundfunkgebühr GEZ
BauerStock

ProSiebenSat 1-Vorstand Conrad Albert will neue Maßstäbe setzten und neben ARD und ZDF für gesellschaftlich relevante Inhalte am Rundfunkbeitrag beteiligt werden.
 
Mit der Medienordnung 4.0 will der Vorstand von ProSiebenSat1 Conrad Albert auch einen Teil aus dem Gebührentopf erhalten, wenn die öffentlich rechtlichen Sender schon Werbung senden dürfen. 

 

Albert plädiert für die Finanzierung von gesellschaftlich relevanten Inhalten

In einem aktuellen Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" stellte er seine Idee der neuen Medienordnung vor. Während ARD und ZDF über den Rundfunkbeitrag von den Zuschauern finanziert werden, sind die privaten Sender vorwiegend auf das Ausstrahlen von Werbung angewiesen. Würde man die öffentliche Finanzierung jedoch nicht länger an der Institution, sondern am Inhalt festmachen, würde laut Albert ein Systemwechsel stattfinden, der gesellschaftlich relevante Inhalte finanzieren könnte. 

 

Neue Sendungen mit gesellschaftspolitischem Wert für junge Zuschauer

Momentan sind die Sender ARD und ZDF mit der Erfüllung des öffentlich rechtlichen Auftrages betraut und dafür stehen den Anstalten acht  Millarden Euro zur Verfügung. Würde man an dieser Stelle Einsparungen treffen, könnte laut Albert ein Teil des Topfes den privaten Sendern zufallen. Hierzu plant Albert zusätzliche Sendungen mit gesellschaftspolitischem Wert, wie Galileo oder Frühstücksfernsehen, um vor allem die jungen Zuschauer aufzufangen und an gesellschaftlich relevanten Themen zu beteiligen. Hiermit tuen sich die Öffentlich-Rechtlichen nach wie vor schwer. 

Die Medienordnung 4.0 würde damit nicht nur den privaten Sendern einen Vorteil verschaffen, sondern auch Streaming-Dienste wie Netflix begünstigen, die mit Serien wie „House of Cards“ ebenfalls zur politischen Bildung der jungen Zuschauer beitrügen.
 
ProSiebenSat 1-Vorstand Albert hat damit einen nicht unerheblichen Punkt angesprochen, der einen Systemwechsel durchaus rechtfertigen würde, aber das ist noch nicht alles. Am aktuellen System kritisiert er außerdem, dass ARD und ZDF im Tagesprogramm zusätzlich auch noch über Werbung Geld verdienen. Diese Ungereimtheiten im aktuellen System sollen mit der Medienordnung 4.0 beseitigt werden. 

 

Mediengruppe RTL will nicht am Gebührentopf beteiligt werden

Die Mediengruppe RTL Deutschland setzt andere Maßstäbe als ProSiebenSat1 und will nicht über die Subvention einzelner Inhalte am Gebührentopf beteiligt werden. 
Grund dafür ist laut Medienpolitik-Chef Claus Grewenig, dass die Mediengruppe ein anderes Ziel verfolgt. Dies besteht weiterhin darin, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der privaten Medienunternehmen auch in Zukunft sichern. Wichtig sind ihm hierbei nicht die Subventionen für einzelne gesellschaftlich relevante Inhalte, sondern ein fairer Wettbewerb und vor allem die publizistische Unabhängigkeit, die mit dem Vorschlag von ProSiebenSat 1 nicht gewährleistet wäre. 

Die Privatsender sind einer Meinung darüber, dass der Funktionsauftrag der öffentlich rechtlichen Sender ARD und ZDF klar auf die Grundversorgung begrenzt werden sollte. Hierzu zählen auch die Überprüfung des Angebotsumfangs und die Werbefinanzierung.  
 



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