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Kino

"Keine Zeit zu Sterben": So gut ist der finale Bond-Film mit Daniel Craig!

Abschiednehmen von 007: In "Keine Zeit zu sterben" verabschiedet sich Daniel Craig als James Bond in einem epischen und vollgepackten Bond-Film. Ob uns "Keine Zeit zu sterben" allerdings begeistern konnte, verraten wir in unserer Kritik.

Bond Anna de Armas
"Keine Zeit zu sterben": Unsere Kritik zum letzten Film mit Daniel Craig! Foto: UPI/MGM

Wer wird James Bond? Vor allem aber: Was wird aus James Bond? Es sind diese zwei elementaren Fragen, die den letzten Auftritt von Daniel Craig als 007 in "Keine Zeit zu sterben" seit geraumer Zeit begleiten. Eigentlich sollten die Fragen schon längst geklärt sein. Doch bekanntlich wurde der ursprünglich anvisierte Kinostart im April 2020 zur "Mission Impossible". Mit anderthalb Jahren Verspätung kam "Keine Zeit zu sterben" 2021 in die deutschen Kinos - und nun ist der Film bei Amazon Prime verfügbar. Der Streifen zeigt: Die Zeit der lockeren One-Night-Stands, entspannt schlürfbaren Wodka Martinis und klar erkennbaren Protagonisten und Antagonisten ist längst vorbei.

 

Alte Lasten und neue Widersacher

007 in Action
007 (Nashana Lynch l.) vs. Ex-007 (Daniel Craig r.) Foto: © 2021 DANJAQ, LLC AND MGM. ALL RIGHTS RESERVED.

Doch es ist nicht nur der Abgesang einer Ära, die deutlich eher dem Bond-Archetyp aus der Feder seiner Schöpfers Ian Flemming entspricht, sondern der Ballast des Weiterzählens, des Rundmachens und des Abschließens, der auf "Keine Zeit zu sterben" schon in der ausufernden Prolog-Sequenz lastet. In der darf sich Regisseur Cary Joji Fukanaga ("True Detective") gleich doppelt austoben: In einem Flashback wird einerseits das Kindheitstrauma der neuen Bond-Muse Madeleine Swann (gespielt von Léa Seydoux) in einer intensiven Schnee-Sequenz aufgearbeitet, die fast schon aus einem Survival-Horrorfilm stammen könnte.

Zum anderen erwartet auch Craig selbst ein "Blast from the Past" im zweiten Teil der Prolog-Sequenz: Ausgerechnet am Grab von Vesper Lynd wird der Geheimagent im Zwischenruhestand fast Opfer eines Bombenanschlags und flieht mit Madeleine durch die Traumkulisse von Matera inklusive Auto- und Motorradverfolgungsjagd, traumhaften Totalen und jeder Menge bleihaltiger Auseinandersetzungen. Für den alten Bond wäre das alles ein Klacks und ein großer Spaß sowieso. Daniel Craig als gealterter James Bond, der sein altes Leben hinter sich glaubte, ist hingegen die Verzweiflung in seinen babyblauen Äuglein anzumerken: Selbst, wenn er seine Walter PPK an den Nagel hängt und abtauchen möchte, kann er eigentlich niemanden vertrauen. Auch nicht der Frau, die er liebt. Das macht den Anfang von „Keine Zeit zu sterben“ mitreißend und bringt emotionale Tiefe mit, wird gleichzeitig aber auch zur Bürde für den Rest des Films.

Denn einmal mehr muss sich James Bond von allem trennen, was ihm lieb ist und seilt sich nach Jamaika ab, wo er seinen vermeintlichen Ruhestand genießt. Doch natürlich wäre Bond nicht Bond, wenn der Geheimagent nicht von seinem CIA-Kollegen Felix Leiter (Jeffrey Wright) überredet werden könnte, dann doch noch einmal der "Alte" zu werden: Ein verschollener Wissenschaftler eines MI6-Geheimlabors soll im Besitz einer hochgefährlichen Waffe sein. Und die Spuren führen nicht ganz zufällig zur Geheimorganisation Spectre, dessen Kopf Blofeld (Christoph Waltz) doch eigentlich im Hochsicherheitstrakt sitzt. Bei einer Spectre-Zusammenkunft in Kuba kommt es schließlich zur Katastrophe, die klar werden lässt: Irgendjemand zieht im Hintergrund die Fäden. Alles deutet auf den mysteriösen Lyutsifer Safin (Rami Malek) hin…

 

Episch lang und trotzdem seltsam gehetzt

James Bond No Time to Die
Bond in Action! Foto: 2019 DANJAQ, LLC AND MGM. ALL RIGHTS RESERVED.

"Keine Zeit zu sterben" hat nicht nur die Aufgabe Daniel Craig als James Bond in einen würdigen Ruhestand zu schicken und das typische Bond-Spektakel abzuliefern, sondern muss zeitgleich auch eine Brücke schlagen zum Beginn der Craig-Ära und den Auswirkungen der mehr oder weniger gelungenen Plot-Twists aus den vorherigen Bond-Abenteuern wie „Skyfall“ und vor allem dem durchwachsenen „Spectre“. Das gelingt den Bond-Stammautoren Neal Purvis und Robert Wade trotz einer epischen Laufzeit von über 160 Minuten leider nicht immer. Während Neu-Regisseur Fukanaga bei den dynamischen und mitreißenden Actionsequenzen zu Beginn und auf Kuba noch seine Klasse ausspielen kann, kommt der Film immer wieder ins Straucheln, wenn er den „Spectre“-Plot weiter vorantreiben will oder versucht Bonds Gegenspieler Safin zumindest etwas mehr Persönlichkeit zu verleihen. Oscar-Preisträger Rami Malek (Bohemian Rhapsody) bleibt insgesamt ziemlich farblos, auch was seine intrinsische Motivation für den Rachefeldzug gegen Bond und den Rest der Welt angeht.

Grundsätzlich ist "Keine Zeit zu sterben" auch einer der düstersten Bond-Filme der jüngeren Vergangenheit, auch wenn einige Sequenzen dann doch zumindest etwas Leichtigkeit in den aussichtslosen Kampf gegen das übermächtige Böse bringen: Die Prä-Dinner-Szene mit Nacktkatze, einem peinlich berührten Q, Moneypenny, gutem Rotwein und natürlich Mr. Bond himself überraschen mit charmantem Wortwitz und wunderbar zwischenmenschlichen Momenten. Da auch Phoebe Waller-Bridge neben Regisseur Fukanaga am Drehbuch beteiligt war, würden wir uns nicht wundern, wenn zumindest jene Szene aus dem Kopf der "Fleabag"-Autorin und -Darstellerin stammen würde.

Generell haben die Ladys diesmal erfreulicherweise auch auf der Leinwand deutlich mehr zu sagen: Die brillante Ana de Armas ("Blade Runner 2047") bekommt zwar verschwindend wenig Screentime spendiert, stiehlt Daniel Craig aber in einer der besten Sequenzen des Films die Show. Die stimmige Chemie zwischen dem alten 007 und der neuen 007 (verkörpert von Nashana Lynch) sorgt ebenfalls für erfreuliche Spannungen, sowohl in den ruhigen Momenten als auch in den atemlosen Actionszenen. Doch der Hauptfokus bleibt immer bei Craig selbst, der seinen getriebenen Geheimagenten in ein intensives und emotionales Finale manövriert: Die Bürde, dass das Ende von Daniel Craig in der Franchise gleichzeitig auch einen großen Cut in der Reihe einläuten soll, kostet "Keine Zeit zu sterben" vor allem die Momente der Wucht und gleichzeitigen Leichtigkeit, die "Casino Royale" so großartig zu kreieren vermochte. Umso spannender bleibt die Frage, wohin und mit wem die Franchise in das nächste Kapitel steuern wird: „James Bond will return“ heißt es im Abspann. Zumindest diese Gewissheit hat sich seit mittlerweile fast  50 Jahren nicht geändert.

Den Trailer seht ihr hier:

 


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