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"Final Fantasy 15": So gut ist das Fantasy-Epos auf PS4 und Xbox One!

Final Fantasy 15 Cover
Mit "Final Fantasy 15" öffnet Square Enix ein neues Kapitel der legendären Videospielreihe. Hat sich das lange Warten gelohnt? Square Enix

Nach vielen Jahren Entwicklungszeit will Square Enix mit "Final Fantasy 15" seine legendären Spiele-Reihe revolutionieren: Doch wie gut ist FFXV? Wir verraten es euch in unserem Test!

Das Schicksal ist der beste Geschichtenerzähler: Dass Ende 2016 fast parallel mit "The Last Guardian" und "Final Fantasy XV" zwei Spiele veröffentlicht werden, auf die treue Videospiel-Fans gefühlt eine halbe Ewigkeit warten mussten, ist nicht nur ein wundersamer Zufall, sondern wohl auch viel Balsam auf die geschundene Gamer-Seele. Besonders die turbulente Entstehungsgeschichte von "Final Fantasy 15" gibt eine gute Idee davon, was bei der Entwicklung eines AAA-Spiels so alles schiefgehen kann.

Ursprünglich war das Fantasy Epos als weiterer Ableger der gigantischen "Final Fantasy 13"-Saga geplant, die bei Fans durchaus ambivalent aufgenommen wurde. Nach Entwicklerwechsel, Titeltausch und mehrmals umgeschmissenen Spielekonzepten war klar, dass "Final Fantasy XV" ein eigenes Spiel werden würde – und dabei tatsächlich auch eine kleine Revolution der Spielereihe einläuten würde.

Open World mit Echtzeit-Kämpfen

Eine der wohl größten Neuerungen betrifft das neuartige Kampfsystem von "Final Fantasy 15": In den adrenalinreichen Aufeinandertreffen mit teils gigantischen Gegnern kommt ein Echtzeit-Kampfsystem zum Einsatz, das sehr klug ausbalanciert ist: Hauptfigur Noctis greift Gegner per Knopfdruck an, kann aber beispielsweise mächtige Warp-Angriffe mit Hilfe seiner Umgebung ausführen, seine treuen Gefährten mit Spezial-Manövern einsetzen oder gegnerische Angriffe parieren. Während zu Beginn die meisten Gegner "Kanonenfutter" darstellen, erfordern spätere Bosskämpfe tatsächlich ein geschicktes Zusammenspiel aus allen Komponenten.

Final Fantasy 15 Eos
Auf nach Eos!          Square Enix

Passend dazu setzt Square Enix auf eine gigantische Spielewelt, die zu Fuß, mit dem schicken Regalia-Königswagen oder den kultigen Chocobos, den gefiederten Transport-Wesen aus dem "Final Fantasy"-Universum, erkundet werden kann. Wer jedoch eine lebendige und spannende Welt à la "The Witcher" erwartet, könnte enttäuscht werden: Zwar stellt "Final Fantasy" 15 definitiv den richtigen Schritt für die Fantasy Reihe darf, doch insgesamt wirkt alles noch sehr stocksteif und unlebendig. Neben den Haupt- und Nebenmissionen gibt es nur wenige Gründe um sich in den oftmals an Western angelehnten Weiten von Eos umzusehen.

Eine epische Geschichte mit Höhen und Tiefen

Den Hauptanreiz zum Weiterspielen soll nämlich die Geschichte um Prinz Noctis und seine besten Buddies Prompto, Ignis und Gladiolus liefern, die ihre Heimatstadt Lucis verlassen, um den Prinzen zu dessen Hochzeit mit dem Orakel Lunafreya zu begleiten. Große Gefühle sind jedoch nicht der ausschlaggebende Grund für das baldige Ja-Wort: Denn die Vermählung soll vor allem die schwierige Beziehung zwischen dem Königreich und dem Imperium in Niflheim besänftigen. Doch kaum hat Noctis seine Heimatstadt verlassen, startet eine feindliche Invasion auf sein Zuhause, die auch den Tod seines Vaters, König Regis, zur Folge hat.

Eine richtige emotionale Bindung zur Story will sich vor allem zu Beginn überhaupt nicht einstellen: An Noctis und seine Freunde, die wie das Abbild einer japanischen J-Pop-Boyband wirken, muss man sich zunächst gewöhnen. Und auch die offene Spielewelt, mit ihren unzähligen Quests und Herausforderungen, lenkt oftmals sehr effektiv von den dramatischen Verwicklungen der Hauptstory ab. Zum Ende hin konzentriert sich Final Fantasy XV dann voll auf seine Geschichte – zu Lasten der offenen Spielewelt. Ob diese Entscheidung so geschickt war, lassen wir mal dahingestellt: Immerhin zieht der Spannungsbogen in den letzten Kapiteln deutlich an!

Final Fantasy 15 Drama
Mit laufender Spielzeit wird es immer dramatischer!          Square Enix

Quests und Charakterentwicklung in den Weiten von Eos

Grundsätzlich gibt es für FFXV-Spieler in den Weiten von EOS viel zu tun: Neben der Hauptmission locken viele Nebenquests, Jagdausflüge und versteckte Dungeons mit Währungs- und Spezialitems, Erfahrungspunkten und seltenen Waffen. Wie immer macht das Aufleveln und Auffinden von neuen Gegenständen jede Menge Spaß und nimmt neben der Hauptstory auch einen guten Teil der Spielzeit ein. Die Nebenquests hätten allerdings deutlich abwechslungsreicher ausfallen können: Oftmals fallen Missionen nach dem Schema „Töte dies“, „Finde das“ aus. Aufträge mit tollen Bosskämpfen bspw. sind leider nur die Ausnahme statt die Regel.

Dennoch motiviert das Questen auch abseits der Hauptfade: Denn mit jedem Erfahrungspunkt schalten wir letztendlich auch neue Entwicklungen in insgesamt zehn Fertigkeitsbäumen frei, die den Spielern in jeder Hinsicht große Freiheiten im Weiterentwickeln der Hauptfigur einräumen. Auch Noctis‘ Heldentruppe bekommt dank neuen Combos, Waffen und Kochrezepten (!) notwendige Upgrades, um die späteren Herausforderungen im Spiel zu meistern. 

Tolle Präsentation mit kleineren technischen Mängeln

Gameplaytechnisch mag "Final Fantasy 15“ als Open World-Abenteuer noch etwas Luft nach oben haben, doch die Präsentation lässt keine Zweifel daran, wie viel Mühe und Handarbeit in das neue Fantasy-Epos geflossen ist. Besonders die Sichtweite der gigantischen Karten lässt Konsolen-Gamer-Herzen höher schlagen: Auch Architektur und Design vieler Orte wirken sehr gelungen und passen perfekt zum Charme des Retro-Looks im futuristischen Gewand.

Final Fantasy Welt
Die Präsentation ist teils atemberaubend!          Square Enix

Wir konnten das Game auf einer PS4 Pro testen, auf der zwei verschiedene Bildmodi zur Auswahl stehen: Im Light-Modus läuft das Spiel in der von der PS4 gewohnten 1080p Auflösung, insgesamt jedoch etwas stabiler als bei Sonys Hauptkonsole. Der High-Modus ist vor allem für 4k-User gedacht: Wie die Kollegen bei Digital Foundry festgestellt haben (siehe Video unter diesem Abschnitt), jedoch mit einigen kleineren technischen Mängeln. Die Xbox One-Version zieht mit ihrer 900p-Auflösung leider den Kürzeren, auch wenn die grafische Darstellung immer noch in Ordnung geht. Grundsätzlich ist das Spiel aber in alle Konsolenvarianten gut spielbar.

Fazit

Mit "Final Fantasy 15" wollte Square Enix sowohl für treue Fans der legendären Spielereihe als auch für Neueinsteiger ein mitreißendes neues Abenteuer-Kapitel öffen: Und das ist ihnen mit einigen Abstrichen auch tatsächlich sehr gut gelungen. Das große Highlight von "Final Fantasy 15" ist der tolle Echtzeit-Kampfmodus, der leicht zu erlernen ist, bei den spektakulären Bosskämpfen aber auch wirklich fordern kann. Generell überzeugt die Präsentation und die alten Stärken der Reihe, wenngleich auch unverkennbar ist, dass sich das Spiel sehr lange in Entwicklung befand und schon verschiedene Inkarnationen durchleben musste. Quests und Spielewelt haben deutlich Luft nach oben und auch die Geschichte hätten wir uns einen Tick mitreißender und spannender gewünscht, doch insgesamt verbringt man unterhaltsame 30-50 Stunden in Eos, die ambitionierte Videospieler sicher nicht missen möchten.

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