Kino

E.L. James über "Fifty Shades of Grey" 2: Peinlichkeiten bei den Sexszenen!

E.L. James
Wir sprachen mit Autorin E.L. James über "Fifty Shades of Grey 2". Getty

Am Donnerstag startet der langersehnte zweite Teil der Erotik-Reihe "Fifty Shades of Grey" im Kino. Wir sprachen mit der Autorin E.L. James über den Film, Fantasien, Sexyness und ihr nächstes Buch.

Zwei Jahre mussten Fans von "Fifty Shades of Grey" warten, nun erscheint endlich "Fifty Shades of Grey 2- Gefährliche Liebe" mit Jamie Dornan und Dakota Johnson im Kino. Schon vor der Premiere zählte der Film zu den wohl meist diskutierten Streifen des Jahres. Nachdem der erste Teil weder Fans noch Kritiker überzeugen konnte, sind die Erwartungen an die Fortsetzung also entsprechend hoch. 

Das weiß auch E.L. James, die seit dem Erscheinen des ersten Buches 2011 zu einer der erfolgreichsten Autorinnen der Welt gehört. "Wenn meine Fans glücklich sind, bin ich es auch", erzählt sie uns, als wir sie in Hamburg zum Gespräch treffen. Sie wirkt optimistisch, scherzt und lacht viel. Und schlägt manchmal sogar beinahe etwas peinlich berührt ihre Hände mit den langen lackierten Nägeln vors Gesicht. Das hätte ich ausgerechnet von der Frau, die Millionen ihrer Bücher über die SM-Beziehung von Anastasia Steele und Christian Grey verkauft hat, nicht erwartet...

Was halten Sie von "Fifty Shades of Grey 2"?

Ich liebe den Film! Er ist sexy, er ist packend und sieht sehr hochwertig aus. Jamie und Dakota machen einen fantastischen Job! Der Regisseur, James Foley, ist so dynamisch, so enthusiastisch, was das Material angeht. Und ich denke, das kommt auch rüber, wenn man die Kameraführung sieht. Er weiß, wie man Sexszenen dreht, was toll ist. Daher bin ich wirklich begeistert!

 

Waiting... #FiftyShadesDarker #Hamburg @foleyfilm

Ein von E L James (@erikaljames) gepostetes Foto am

James Foley meinte, Sie waren am Set und haben ihm ab und zu ins Ohr geflüstert, wenn Sie etwas anders haben wollten. Welche Szenen waren das? Die Sexszenen?

Nein, die Sexszenen wurden alle an einem geschlossenen Set gedreht. Nur die Leute, die auch anwesend sein mussten, waren da. Es ist wirklich peinlich für die beiden [Jamie Dornan und Dakota Johnson], solche Dinge vor der Kamera zu machen. Glücklicherweise haben beide einen tollen Sinn für Humor, sodass sie ganz gut damit zurechtkamen. Mit all diesen Leuten, die dabei sind und zugucken, das ist extrem schwer.

Bei den Sexszenen war ich also nicht dabei, aber bei anderen Szenen bin ich tatsächlich zu Foley gegangen und habe ihn gefragt „Können wir dies machen, können wir das machen?“. James war toll, er war entweder von meiner Idee begeistert – oder eben nicht (lacht). Für mich ist das wichtigste, dass meine Fans mit den Filmen zufrieden sind. Wenn sie glücklich sind, bin ich es auch.

Natürlich ist "Fifty Shades" irgendwie auch Ihr Baby. Wie schwer ist es, loszulassen?

Es ist so schwer, Jesus! Ich wusste nicht, wie hart es werden würde. Dieses Mal ist es mir schon viel leichter gefallen als beim ersten Film. Das liegt auch daran, dass es jemanden gab, der gut darauf aufgepasst hat. Es ist ein Lernprozess, der dich dazu bringt, dass du wieder ein Buch schreiben willst, weil du da die ultimative Kontrolle hast. Das hört sich an als wäre ich ein kompletter Kontrollfreak! (lacht) Aber Christian muss es ja von irgendwem haben… (lacht)

Finden Sie, die Chemie zwischen Jamie Dornan und Dakota Johnson stimmt?

Ich finde, sie ist unglaublich toll! Die beiden fühlen sich miteinander so wohl und sie haben diese tolle Kameradschaft. Foley hat Jamie überredet, noch mehr zu trainieren, sodass er mehr Muskeln hat. Und, wissen Sie… er ist wirklich schön anzusehen (lacht). Beide sehen super aus, beide sind talentierte Schauspieler und Foley lässt die beiden ihr Ding machen, sodass sie mehr aus sich herauskommen und viel natürlicher miteinander umgehen.

Wer "Fifty Shades of Grey 2"sieht, wird merken, dass die Chemie zwischen den beiden enorm ist. Der erste Film war viel kühler als der zweite, der sehr sinnlich ist. Foley versteht es, Sinnlichkeit und Sexyness einzufangen. Ich bin mir nicht so sicher, ob uns das beim ersten Teil so gut geglückt ist wie es hätte können.

Jamie Dornan und Dakota Johnson bei Fifty Shades of Grey 2
Die Hauptdarsteller Jamie Dornan und Dakota Johnson bei der Filmpremiere von "Fifty Shades of Grey 2".          © ABImages

Hat Ihre Vorstellung von Sexyness sich in den letzten Jahren verändert?

Nein, ich denke, entweder weißt du, was sexy ist, oder du weißt es nicht. Ich weiß auf jeden Fall, was ich sexy finde. Und es gibt viele, die genau das sexy finden, was ich auch sexy finde (lacht). Aber da ist ein Unterschied zwischen Realität und Fiktion. In der Fiktion, kannst du mit so viel mehr davonkommen. In der Wirklichkeit willst du jemanden, der über deine Witze lacht, der dich zum Lachen bringt, und der den Abwasch macht (lacht).

Und der weiß, wie man Analketten benutzt?!

Genau (lacht).

Nachdem Ihre Bücher so erfolgreich wurden, dachten Sie da: „Oh Gott, all diese Menschen wissen nun, was meine Fantasien sind“?

Ja, und dann habe ich auch noch den Film geguckt und dachte nur „Oh mein Gott! Armer Jamie, arme Dakota!“ (lacht)

Viele sehen in Ihnen jetzt auch eine Sex-Expertin.

Ja, aber das bin ich nicht (lacht). Ich würde mich niemals als Sex-Expertin bezeichnen. Alles, was ich wollte, war, den Leuten eine unterhaltende Geschichte zu erzählen. Manche Menschen mögen die nicht, und das ist auch in Ordnung, andere finden sie wirklich abscheulich, und auch das ist in Ordnung. Ich glaube, die Menschen sehen Dinge vor dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen. Aber alles, was ich jemals wollte, war mich selbst zu unterhalten, und die wenigen Frauen, die Lust haben, meine Geschichte zu lesen. Die „wenigen“ (lacht).

 

Vor fünf Jahren sagten Sie einmal, Ihre zwei Söhne hätten Ihre Bücher nicht gelesen.

Ja, und das haben sie immer noch nicht (lacht). Eigentlich darf ich es nicht verraten, aber mein ältester Sohn hat mir verboten, zu erzählen, dass meine Söhne nicht lesen würden. (flüstert) Aber sie lesen wirklich nicht! (lacht)

Haben die beiden die Filme gesehen?

Ja. Und es war sehr peinlich, zwischen dem Chef von Universal Pictures und meinem Jüngsten zu sitzen, als wir den ersten Film in London gesehen haben. Das war echt hart! (lacht)

Wie waren die Reaktionen von Ihren Freunden und Ihrer Familie?

Meine Familie hat mich immer extrem unterstützt, aber natürlich machen sie sich auch über mich lustig! Vor allem meine Kinder (lacht).

Fifty Shades of Grey 2
"Fifty Shades of Grey 2": Christian muss Anastasia zu Beginn des Films erst einmal zurückerobern.        Universal Pictures

Was hat Sie inspiriert, die Bücher zu schreiben?

Ich habe früher lesbische BDSM-Kurzgeschichten gelesen und war schon immer fasziniert davon. Ich habe auch Fanfiction darüber gelesen und musste mir dann irgendwann vorstellen, wie es wohl wäre, würde ich jemanden treffen, der diesen Lifestyle lebt. Was würde passieren? Das war der Moment, in dem "Fifty Shades of Grey" geboren wurde.

Sie schreiben ein neues Buch. Worum geht es?

Ich schreibe "Fifty Shades 2" aus Christians Sicht. Nach dem ersten Film habe ich schon „Grey“ geschrieben, als eine Art reinigende Erfahrung. Aber ich bin nicht sicher, ob ich auch das dritte Buch aus Christians Sicht schreiben werde. 

Viele Fans fragen mich, wann das nächste Buch kommt. Und ich würde gerne die Zeit dazu finden, es zu schreiben, während ich all die anderen Dinge, die mit den Filmen zu tun haben, mache, aber ich schaffe es leider nicht. Ich sage immer: „Meine Diskette ist voll.“ Ich muss also noch ein wenig warten, bis all der Trubel vorbei ist, ich meinen Kopf leeren und wieder anfangen kann zu schreiben. Und dann beginnt auch dort ein gewisser Druck wieder, ob den Leuten gefällt, was ich schreibe. Es ist schon alles ziemlich unheimlich (lacht).

Würden Sie Christians Hintergrund-Geschichte weitererzählen wollen?

Nein, wir bekommen kleine Einblicke im Buch und in den Filmen, aber es ist keine Geschichte, die ich gerne schreiben würde...

Haben Sie Pläne für weitere Bücher?

Ich habe noch ein Buch geschrieben, dreiviertel eines weiteren Buches und ungefähr drei Kapitel eines anderen… Ich habe also noch viele Bücher in petto! 

Fifty Shades Darker
Sinnlicher als Teil eins: "Fifty Shades of Grey 2".           Universal

Es gab schon immer erotische Literatur, doch Sie haben einen Hype ausgelöst! Früher musste man in der letzten Ecke des Buchladens nach erotischen Büchern suchen. Doch „Fifty Shades of Grey“ wurde ganz vorne in der Auslage präsentiert. Denken Sie manchmal „Ja, das habe ICH geschafft“?​

Ich glaube nicht, dass ein Autor selbst einen Hype kreieren kann. Es sind die Menschen, die die Bücher lesen, die den Hype erschaffen. Mein erstes Buch wurde im Mai 2011 veröffentlicht, aber es dauerte bis November oder Dezember bevor es wirklich anfing, erfolgreich zu sein. Es wurde als e-Book von einem kleinen, australischen Verlag herausgebracht, der nicht viel Hoffnung auf Erfolg hatte und auch gar nicht die Möglichkeit, es zu promoten. Von da an wurde es durch Mundpropaganda bekannt.

Ich habe damals viele Emails bekommen - eine Frau schrieb zum Beispiel, sie hätte gehört wie sich Frauen beim Friseur darüber unterhielten und hätte es sich dann direkt herruntergeladen und geliebt! Nur durch diese Mundpropaganda wurden meine Bücher überhaupt zu so einem Hype. Zu dem Zeitpunkt, als Random House die Bücher dann kaufte, landeten sie nicht einmal in den Regalen der Buchläden, weil so viele eine Ausgabe wollten. Es war unglaublich!

Sie standen bereits mitten im Leben, als sich mit „Fifty Shades of Grey“ alles verändert hat. Was hat sich genau geändert und wie war das für Sie?

Ich muss nicht mehr täglich zur Arbeit gehen, ich kann den ganzen Tag im Pyjama herumsitzen, was ziemlich cool ist (lacht). Das ist die Sache am Autoren-Sein – du kannst einfach in deiner Yoga-Hose lümmeln und nebenbei schreiben. Außerdem reise ich viel mehr als früher. Ich habe früher für das Fernsehen gearbeitet und wie jeder, der dort arbeitet, habe ich mir immer gewünscht, auch mal bei einem Kinofilm dabei zu sein. Bevor wir mit dem Drehen anfingen, habe ich zu Foley gesagt „Lass uns einfach Spaß haben“ – und den hatten wir auch! Und wir haben ihn noch.

 

 

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