Starportrait

Natalie Portman

Starportrait -

In einem schwachen Moment hat Natalie Portman einmal verraten, dass sie sich die vollen Lippen von Scarlett Johansson wünscht. So ein provokantes Sinnlichkeitsmerkmal, das ihr selbst, diesem kurvenlosen Hauch von einer Frau, immer gefehlt hat. Andere waren sexy, sie stets scheu bis spröde - vor allem im Film. Bettszenen nicht ihr Ding. Und jetzt das.

Bye-bye Unschuld

Im fantastischen Ballett-Thrller "Black Swan" überrascht Miss-rühr-mich-nicht-an mit Lesben-Sex und Onanie-Experimenten. Grenzüberschreitend, schonungslos - und mutiger als alles, was ein schnöder Schmollmund oder pralle Körbchen bei den Zuschauern anrichten können. "Was mir an der Rolle Angst gemacht hat, zog mich auch zu ihr hin", gibt Natalie Portman zu. Währenddessen irrt ihr Rehaugen-Blick durch den Raum, als wäre ihr der Verlust ihrer Unschuld nicht geheuer. Aber manchmal heißt der Preis eben "Furcht", wenn man nach ganz oben will. Der Lohn für ihren Mut: der Oscar als beste Hauptdarstellerin!

Mit Schmerzen zum Erfolg

Wenn Natalie Portman über "Black Swan" spricht, redet sie von Folterinstrumenten (die Ballettschuhe), Tortur (das Acht-Stunden-Training vor Drehbeginn) und Hunger (für die Rolle verlor sie neun Kilo Gewicht). Der Psycho-Thriller über eine kontrollsüchtige Primaballerina (Portman), die am eigenen Ehrgeiz und der Konkurrenz zu einer sinnlichen Tänzerin (Mila Kunis), zerbricht, hat die Aktrice psychisch und physisch an die Grenze des Machbaren gebracht.

"Wir drehen bis zu 16 Stunden am Tag, davor und danach hatte ich intensives Ballett-Trainig", sagt sie, während sie mechanisch in einer Tasse Tee rührt. Kein Wunder, dass sie abgekämpft wirkt - das klingt nach Bootcamp! Doch viel nervenzehrender waren die Vorbereitungen au die lesbischen Liebesszenen: Die hätten sie "in einen Zustand inneren Terrors" katapultiert, so Portman. Die Rolle des sexy Biests hat sie offenbar noch nicht verinnerlicht.

Alte Prinzipien, neuer Mann

TV Movie ahnt, warum sie die Strapazen auf sich genommen hat. Bei unserem letzten Gespräch - strahlend, im mädchenhaften Blümchenkleid - vertraute sie uns nämlich an: "Um interessant zu bleiben, muss man sich ständig verändern." Hollywood gilt als unerbittlich: Sex sells - und wer sich dauerhaft gegen nackte Tatsachen sperrt, wird bei der nächsten Besetzung vielleicht übergangen.

Doch bislang war jede von Portmans Entscheidungen eine weise: dass sie sich gegen die Model- und für eine Filmkarriere entschieden, dass sie ihr Privatleben unter Verschluss gehalten, sich eine Studienauszeit gegönnt - und dann die Rolle ihres Lebens annahm. Selbst wenn sie dafür Prinzipien über den Haufen werfen musste. Aber manchmal muss man eben wagen, um auf ganzer Linie zu gewinnen.

Denn die Arbeit an "Black Swan" hat Natalie Portman nicht nur den Oscar eingebracht, sondern auch eine neue Liebe: Choreograph Benjamin Millepied ist der neu Mann an ihrer Seite und der Vater ihres Sohnes Aleph, der im Juni 2011 zur Welt kam. Und ihren beiden Männern ist es völlig egal, dass Natalie keinen Scarlett-Schmollmund hat.

Merken
Achtung
Bitte loggen Sie sich zum Kommentieren ein.
Noch nicht registriert? Hier gratis registrieren
Anmelden