Castingshow geht in die 10. Staffel

Popstars: Die letzte Chance

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Casting-Shows befinden sich auf dem Sinkflug. „Popstars“ will sich gegen den Trend stemmen – mit einem flippigen Quartett. Obs gelingt?...

Wildes Gejohle hallt durch die In-Location „Elbdeck“ in der Hamburger Speicherstadt. Grund: Gerade flimmern die ersten Bilder zur zehnten „Popstars“-Staffel für die Presse über den Bildschirm – und sorgen bei der neuen Jury für Begeisterungsstürme. „Das wird so suuuuuper!“, kreischt Ross ganz aufgeregt zu Beginn unseres Interviews. Gemeinsam mit Senna, Lucy und Drill-Instruktor Detlef D! Soost bildet er das sogenannte Allstars-Team . Heißt: Zum Jubiläum der Mutter aller Casting-Shows (Start 2000, bereits zwei Jahre vor „DSDS“) suchen nun Ex-„Popstars“-Sieger nach neuen Popstars. Das hat es noch nie gegeben! Doch reicht diese kleine Jury-Revolution, um die Casting-Welt vor dem drohenden Untergang zu retten?

Casting-EXperten

Die Besetzung zumindest ist vielversprechend: Als erstes Casting-Retortenbaby stieg Lucy 2000 mit den No Angels zur erfolgreichsten Girl-Group Europas auf. Jetzt wird sie zur Romanerzählerin. „Beim Thema Musik ist sie nicht zu stoppen. Ihr Fachwissen ist enorm“, sagt D! im Interview. Monrose-Querschlägerin Senna hingegen „wacht wie eine Mutter über die Kandidaten“.

Und Ross? Der lässt wie gewohnt Tränen fließen! „Er ist unser größter Kämpfer für Frieden, Recht und Freiheit. Am liebsten würde er jedem Anwärter eine Chance geben“, sagt Senna. Gekämpft hat Ross auch für sich selbst. Nach dem Aus von Bro’Sis 2006 schafft er es bis jetzt, präsent im deutschen Fernsehen zu bleiben. Auch wenn das eine Reise ins Dschungelcamp bedeutet.

Gefühlschaos und Punkte-Zoff

Nach einjähriger „Popstars“-Pause sollen diese drei nun gemeinsam mit Jury-Urgestein D! vergangene Rückschläge (die letzten Bands Some & Any und LaViVe floppten) vergessen machen. Und auch am Konzept wurde gefeilt: Im soapigen Doku-Stil stehen Tränen, Trotz und Triumph der Kandidaten jetzt stärker im Mittelpunkt. Krawall und Remmidemmi gibt es
allerdings erst einmal unter den Juroren zu beobachten. Schuld am Zwist ist ein neu eingeführtes Punktesystem. Während der Casting-Runde können Senna, Ross, Lucy und D! pro Teilnehmer drei Punkte vergeben, acht braucht dieser, um eine Runde weiterzukommen. „Ross’ Blicke, wenn man seiner Meinung nach falsch bewertet, sind tödlich. Da geht er ab wie ein Zäpfchen“, verrät uns Lucy – und muss sofort danach einen weiteren Mörderblick abwehren.

Wer übersteht die Casting-Flaute?

Allen Bemühungen zum Trotz wird aber wohl auch „Popstars“ das schwindende Zuschauerinteresse an Casting-Shows zu spüren bekommen. Schließlich stellte sogar „DSDS“ in diesem Jahr zuerst einen Quoten-Minusrekord auf (nur 2,73 Millionen junge Zuschauer sahen die Krönung von „Bravo“- Boy Luca Hänni) – und legte gleich darauf mit DSDS Kids“ eine Bruchlandung hin. Eine Entwicklung, die allen Sendern den Schweiß auf die Stirn treiben dürfte. War es bislang doch so schön leicht! Casting-Shows lassen sich billig produzieren, refinanzieren sich durch die Anrufe teilweise selbst – und waren bisher ein Quotengarant. Aber langsam lechzen die Zuschauer nach Innovationen.

The Voice of Germany“ gab ihnen 2011 mit den neuartigen Blind Auditions genau das! Nahezu jeder dritte 14- bis 49-Jährige verfolgte die Castings. Trotzdem: Neben „The Voice“
setzen die Sender weiter auf bekannte Casting-Hits. VOX schickt im Spätsommer erneut „X-Faktor“ ins Rennen, im Herbst startet eine weitere Staffel „Das Supertalent“, und auch „DSDS“ und „Germany’s Next Topmodel“ casten 2013 munter weiter.
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